Edit: Das Virtuelle Institut

Ostfriese, Samstag, 24.09.2016, 10:47 (vor 3409 Tagen) @ Ostfriese4288 Views

In dieser Woche war ich Mitglied von 50 zufällig aus dem Einwohnermelderegister der Stadt Münster ausgewählten Teilnehmern des partizipativen Reallabor „Energiewende.NRW – Bürger gestalten den Umbau des Energiesystems“. Es ist Teil des Virtuellen Instituts (VI) „Transformation – Energiewende NRW“ und dort im Forschungscluster „Governance & Partizipation“ angesiedelt und wird in mehreren Städten des Landes durchgeführt. Der Radverkehr war unter dem Aspekt der Energieeinsparung im Straßenverkehr ein Teil der Diskussionen. Das Ziel ist die Erstellung eines „Bürgergutachtens“, das zu Beginn des nächsten Jahres vorliegen soll und auf das ich dann vllt. ausführlicher eingehe.

Nach dreieinhalb Tagen mit insgesamt 31 Stunden machen mich die Sätze:

„Die Bilderflut, die die Medien erzeugen, sei nicht länger visuell, sondern taktil. Taktil deshalb, da der passive Nutzer oder Zuschauer ständig verschiedener "Tests" unterzogen wird.
Diese Tests werden aber gar nicht ausgewertet; können sie auch gar nicht, da es die Bandbreite der Medien nicht zulässt, die Ströme der Information auch in eine andere Richtung fließen zu lassen.
Es erfolgt also kein Feedback vom Zuschauer; vielmehr würden die Tests Verwendung finden um (politische) Meinungen oder Nachfrage (nach Produkten) zu modulieren, da jede Frage auch gleich die Antwort impliziere.
Außerdem würden die ständigen Tests den Zuschauer betäuben, da sie in ihrer Fülle und ihrer Schnelligkeit überhaupt nicht mehr zu differenzieren seien.“

auf Seite 24 aus dem Text „simulation running“ über die Simulationstheorie von Jean Baudrillard – jetzt vor allem im Hinblick auf die zuhörenden Teilnehmer in der durchgeführten Veranstaltung – sehr nachdenklich. Die Tagung war ein „Test“ – eine „Veranstaltung der Machterhaltung“ –, was in der gemeinsamen Abschussbesprechung vom Tagungsleiter durch Kopfnicken bestätigt wurde.

Ich bin mir sehr sicher, dass meine Auslassungen in den dortigen Diskussionen zu den Themen, die innerhalb des Forums die Grundlage des Denkens sind, im Abschlussbericht keinen Einzug finden werden.

@Ashitaka hat recht: „Als Debitist muss man da draußen sehr vorsichtig sein, wie man sich an solchen Diskussionen beteiligt.“


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