Die Machtfrage
Jetzt kommen immer mehr Begriffe herein.
Das Gegenteil von Macht ist aber Ohnmacht/ Machtlosigkeit.
Hallo Silke,
ich sehe den Machtfaktor als entscheidend an, da er vor dem Staat und der Tribut- und
abgabenpflicht stattgefunden hat.
Dieser Prozess ist auch interessant. Denn ich glaube, dass es ursprünglich tatsächlich
weise Führer gab, die den Rückhalt der Mehrheit hatten. Irgendwann hat sich dieser
Zustand – den wir auch von den Indianern Nordamerikas kennen – in die Führung
der Tyrannen verwandelt. Vielleicht durch einen Stammesfürsten, der zuerst einen
fremden Stamm unterworfen und dann bemerkt hat, dass er seine Macht am besten
dadurch erhält, dass er alle – also auch den eigenen Stamm – unterwirft.
Aber egal, das ist nur Spekulation. Wesentlich scheint mir zu sein, dass Macht nur
in der dreidimensionalen Weltsicht funktioniert. Der Mächtige kontrolliert die
Ressourcen und Nahrungsmittel – heute das Geld – und übt mit diesem materiellen
Druckmittel Gewalt über die Mehrheit aus.
Das meine ich mit Hybris oder Anmaßung. Das Resultat dieser Hybris sind
Verteilungskriege um Ressourcen, wie sie seit Jahrtausenden stattfinden.
Unsere Entwicklung ist also noch nicht wirklich voran gekommen.
Die Hybris ist allerdings ein Teil der Psyche des Menschen. Jetzt sind wir wieder
bei der Frage vom Wildheuer. Das Problem liegt also dort – in der Psyche.
Dort liegt meiner Meinung nach auch die Lösung.
Wir sind inzwischen so durcheinander, dass wir Anhänger verschiedener politisch-
ideologischer Lehren sind, anstatt das Hauptübel zu sehen, dass darin besteht,
dass einige wenige Macht über andere Menschen ausüben, indem sie ihnen
ihr Modell aufzwingen.
Das Gegenteil von Machtausübung ist nicht Ohnmacht. Es ist Beeinflussbarkeit.
Wenn Du die Umfragen anschaust und erfährst, dass Frau Merkel die beliebteste
Politikerin in Deutschland ist, dann weißt du was gemeint ist. Was die Mehrheit
denkt, muss richtig sein – das ist Beeinflussbarkeit. Auf diesem Prinzip beruht
Politik. Da die Politik inzwischen auch alles andere, einschließlich der Medien
kontrolliert, ist dies ein psychisches Problem, das nur gelöst werden kann, wenn
die Menschen damit beginnen die Illusion der Macht zu durchschauen
und im Ergebnis die Macht in Frage stellen – als Schlüssel zur Entwicklung hin
zu einer entwicklungsfähigen, friedlichen Gesellschaft.
Damit würden auch die Verteilungskämpfe enden und wir könnten in ein
Zeitalter der Kooperation eintreten, anstatt den Wettbewerb von Arbeitssklaven
zu propagieren.
Wir sind beeinflussbar, auch wenn wir das nicht gerne zugeben. Landesweit
werden rechte Populisten und Putin-Versteher geächtet. Warum wird den
Machteliten nicht dasselbe Misstrauen entgegen gebracht?
Gruß
nemo