Evolution ist kein Drama und Macht ist nicht böse - sie strukturiert kompromisslos
Wieder gute Gedanken lieber nemo,
Hallo Wildheuer,
ja, wie sollte man sich diesen Psychopathen gegenüber am besten
verhalten?Meine Überzeugung ist, dass es das Böse nicht gibt.
Das sehe ich auch so.
Autopoietische Systeme sind nicht "gut" oder "böse" sondern überlebenswillig und treten damit in Kooperation und/oder Konkurrenz - entweder sind sie fähig zum Überleben oder nicht.
Wenn die Bären vor dem Winter hunderte Lachse reißen und mit jedem Fang scheinbar verschwenderischer umgehen (fressen nur noch bestimmte Teile wie Haut, Filet, Rogen so hat das was mit Effektivitätssteigerung zu tun (energiereichstes Material zuerst bei Überangebot, um die überlebenswichtige Winterspeckschicht schneller und dicker aufzubauen) und nicht mit gut und böse.
Das Böse ist die
Hybris
der Macht, die Verführung durch Privilegien und Geld mit dem Resultat
einer
noch größeren Hybris.
Bei zerschlagenen Segmenten mit massenhaft machtarmen Einzelindividuen als Gegenpol zu den machtverklumpten Zentralinstanzen, wie wir es heute erleben, mag das stimmen.
Große Clans und andere mafiöse oder auf Gemeinsamkeiten aufbauende Strukturen, wie gut operierende Netzwerke, gehen untereinander kooperativ und gegen andere Machtstrukturen konkurrierend um.
Jedoch leben alle Geschöpfe in der Unendlichkeit, die weit über die
materielle
Dimension hinaus geht.
Jeder von uns ist Teil des uralten Lebewesen „Menschheit“, das ständig lernend im Fluss ist und damit Wissen und Können anhäuft um in der sich teils gravierend verändernden Bio-Geosphäre mit ihrer Plattentektonik (ganz wichtig @Orlando, THX) und den daraus sich ableitenden mächtigen Umweltveränderungsprozessen sowie singulären und zyklischen kosmischen Prozessen zu widerstehen.
Da mit der Erde ein geschlossenes System vorliegt (siehe Beiträge von @Kurt) können trotz des 2.HS der Thermodynamik dissipative Systeme auf der Erde entgegen der allgemeinen Entropieneigung im Universum eine immer stärkere Komplexitätszunahme nach dem Copeschen Gesetz unter der streng strukturierenden Wirkung des Energieflusses Sonne->Erde->Weltall erringen und sich damit evolutionäre Vorteile verschaffen...Survival of the Fittest.
Dabei altern wir (Fehlerrate bei der Duplizierung nimmt mit zunehmender Komplexität, Duplizierungsgeschwindigkeit, Vulnerabilität, Redundanzabnahme usw. zu) und einzelne Zellen, Individuen oder Arten sterben ab/aus. Das hat nichts mit Verschleiß zu tun, sondern damit, dass wir nur Information sind und Information sich hochdynamisch in der Interaktion mit dem näheren und weiteren Umfeld verhält: zuwächst, verbleibt, verschwindet – so wie unser Gehirn, dass ständig in Bewegung ist, an-, um-, aus- und abbaut.
Dort betritt man das Reich der Psyche (griechisch:
Seele). Die Seele geht über die dritte Dimension weit hinaus. Das
beinhaltet eine
höhere Wirklichkeit.
Es gibt nur eine Wirklichkeit.
Die können wir aber auf unterschiedlichen Ebenen erfahren.
Klassische Mechanik erklärt z.B. sehr viel um uns herum, indem sie spaltet (z.B. in Objekt und Subjekt), ist aber nur eine grobe Modellierung der Wirklichkeit, da darunter die Ebene der Quantenmechanik eine feinere Modellierung darstellt und darunter wahrscheinlich eine noch komplexere Modellierungsoption existiert, die wir wegen der Unschärfeproblematik und der ganzen Plank'schen Begrenzungen (Planklänge usw.) und der über 30 uns bekannten Konstanten (wie der Lichtgeschwindigkeit) noch (?) nicht erfassen können.
Könnten wir dies, würden wir noch deutlicher erkennen, dass die Welt holistisch aufgebaut ist, alles mit allem zusammenhängt, und du ein Teil von mir und von allen anderen Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bist. Wir würden wahrscheinlich aufhören, uns selbst zu beschädigen, indem wir unsere Nachbarn beschädigen...
"Wirklichkeit" ist ein sehr gutes deutsches Wort, das auf das "Wirken" abstellt und damit ein besseres Bild liefert als das Wort "Realität" = Res-Ding/Sache. Es gibt keine "Dinge", "Sachen" sondern nur "Wirken".
Wirklichkeit kann auch musikalisch, bildhaft oder anderweitig modelliert werden.
Realität ist ein totes Standbild der Wirklichkeit.
Wirklichkeit ist Leben.
Podiumsdiskussion: Evolution, Materialismus und Quantenphysik
(fängt holprig an, wird mir dann aber immer sympatischer).
Eine Wirklichkeit, in der die Hybris keine Rolle
spielt, wo
sie sich praktisch selbst auslöscht und wo ihre Macht endet.
Nicht "auslöscht", nur wieder aufgeht im großen Ganzen, wieder Eins wird mit allem wie eine Gischkrone auf einer Ozeanwelle, die nach gewisser Zeit in die Tiefen des Ozeans zurückkehrt um früher oder später eine neue Gischtkrone zu bilden - es war, ist und bleibt aber immer ein Ganzes, ein Ozean, egal wie viele Wellen sich wie hoch auch auftürmen mögen.
Machtstrukturen endet nicht sondern gehen auf in anderen Machtstrukturen.
Macht in toto besteht immer im Universum.
So ist das Spiel. Die Macht muss sich ausdehnen und gewalttätiger
werden,
um sich zu behaupten.
Das ist nicht gesagt.
Die Macht der Liebe ist um Vieles produktiver, da konsensorientiert und mit Freude, Leidenschaft und Begeisterung behaftet.
Zwang und Gewalt sind viel zu uneffektiv.
Schau dich um in BRD. Die Könner, die mit Begeisterung arbeiten, bringen die großen Leistungen hervor, nicht die zum Geldverdienen Gezwungenen.
Und das ist ihr Untergang. Immer. Und in
regelmäßigen
Abständen – seit tausenden von Jahren – kommt es deshalb zu Kriegen.
Neben den sich potenzierenden Informationszuwächsen gibt es immer wieder Sackgassen, die enden. So funktioniert Leben und Evolution nun einmal.
Manche Menschen behaupten daher, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei
Heraklit "der Dunkle" meinte damit "Der Streit ist der Vater aller Dinge" - die Auseinandersetzung schafft den Fortschritt.
und eine Gesetzmäßigkeit darstellt. Ein kosmischer Kampf um Evolution.
Solange bis die höheren Wirklichkeiten des Daseins erreicht werden
können.
Womit sich gleichzeitig die Illusion von Macht und Kontrolle auflöst.
Im negativen, unproduktiven und destruktiven Sinne ja.
Eigentlich müsste man annehmen, dass nach zwei Weltkriegen dieser
Schritt
bereits vollzogen wurde. Aber anscheinend braucht es noch einen dritten.
Man schaue sich nur einmal diese Figuren an, die an der Illusion der Macht
festhalten. Dort findet man die Menschen, die am ungeeignetsten für jede
Verantwortung sind. Diejenigen, die den evolutionären Schritt zur
Freiheit
erst noch vollziehen müssen und in ihrer Verirrung ganze Völker der
Vernichtung preisgeben. Und all das wiederholt sich seit Jahrhunderten
immer wieder – direkt vor unseren Augen.
Man schaue aber auch unbedingt einmal auf die vielen, vielen Anderen die friedlich leben wollen, die kooperieren wollen, die konstruktiv sein wollen, die anderes Leben wertschätzen wollen und dieses auch tun.
„Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.“
Tibetanisches Sprichwort
Wir könnten nicht immer so sehr auf den enormen Krach der paar fallenden Bäume achten, sondern mehr auf den leise wachsenden riesigen Wald...
...sonst verzweifelt man doch an der Welt, und das ist nicht unsere Aufgabe hier…
Liebe Grüße
Silke
PS. In unseren Erkenntnis- und Denkprozessen sind wir der Mustererkennung und Täuschung ausgeliefert, selektieren, ergänzen was gar nicht da ist und lassen Wesentliches weg.
Da wird eine Bibel schnell mal zu einem Geschichtsbuch umgedeutet in dem wir Worte lesen, ohne noch von den damaligen Bedeutungen und den Zusammenhängen zu wissen wie auch beim Koran oder Talmud.
Wenn ich griesgrämig durch die Gegend gehe, treffe ich lauter unsympathische Leute, gehe ich fröhlicher und optimistischer umher finden sich haufenweise sympathische nette Menschen.
Gegen ein Lachen und ein nettes Wort, eine Freundlichkeit oder eine liebe Geste kann und will sich kaum ein Mensch wehren. Damit verändere ich aber meine Umwelt in meinem Interesse.