Tyrannis ist eine von vielen Formen der Machtausübung.

Silke, Mittwoch, 14.09.2016, 18:55 (vor 3455 Tagen) @ nemo2305 Views

Lieber nemo,

Machtstrukturen endet nicht sondern gehen auf in anderen

Machtstrukturen.

Macht in toto besteht immer im Universum.

da möchte ich widersprechen bzw. an dieser Stelle die Bedeutung von
Macht
untersuchen.

So wie z.B. diese Leute hier? Gut.

Vielleicht bin ich mit meinen Begrifflichkeiten zu abweichend, aber nach dem Wortstamm ist der Machtbegriff recht weit fassbar.
"Der Begriff Macht kann auf zwei ähnlich lautende indogermanische Wurzeln zurückgeführt werden: mag- (kneten, pressen, formen, bilden) oder magh- (machen - im Sinne von können, vermögen, fähig sein)."
Wiki

Macht verwende ich als Ausdruck von Herrschaft, der
gewaltsamen
Unterdrückung oder Manipulation von anderen.

Das ist sicher auch richtig, aber wohl zu eng gefasst.

Etwas anderes ist Führung oder Leitung. Ein weiser Führer, führt durch
sein
Wissen – durch seine charakterliche und fachliche Eignung. Und niemals
ohne den Rückhalt einer Mehrheit.


Jetzt kommen immer mehr Begriffe herein.
Das Gegenteil von Macht ist aber Ohnmacht/ Machtlosigkeit.
Ich gebe Dir aber Recht. Ein Führer oder Leiter kann je nach seinem Verhalten mächtig oder ohnmächtig sein.

Jemand der sich ohne Rückhalt der Mehrheit eine Führungsposition
aneignet,
wird diese Position nicht lange behalten oder zu einem Tyrannen werden.
Und dies ist das, was erscheint, wenn man den hübschen Samtvorhang der
Demokratie beiseite schiebt: Eine Tyrannen-Herrschaft, die nicht mehr
greifbar ist.

"Jede Demokratie ist eine Militärdiktatur im Wartestand"
@dottore
Ja, die organisierte Gewalt ist wie bei ihrem Start vor einigen tausend Jahren auch in der Demokratie tätig.

Das was im Sozialismus gelehrt wurde war friedliche Koexistenz. Eine
Möglichkeit
auf Macht und Herrschaft zu verzichten. Es braucht dazu nur eine weise
Führung
und den Willen.

„Gewalttätige Macht verzichtet nicht auf ihren Machtanspruch“ hat @dottore immer wieder formuliert, egal ob in VSA und Sowjetunion oder in BRD und DDR.

Die Welt könnte damit überwiegend in friedlicher
Harmonie und
fortschrittlichem Geist existieren.

Friedliche Koexistenz gab es weder zwischen Kain und Abel noch zwischen Romus und Remulus.
In den akephalen Stammesgemeinschaften und segmentären Gesellschaften mag das funktioniert haben.
Ist aber Waffe, Tribut und Abgabe in der Welt ist die Koexistenz nicht mehr friedlich.

Es wäre auch nicht notwendig Völker
aufzulösen
und Territorien abzuschaffen.

In den verschiedenen Staaten von den "failed States" bis zur direkten Demokratie erleben die Leute sich unterschiedlich frei.
Ich denke, je freier sie sich fühlen, desto weniger wollen sie die Abschaffung ihres Staates.

Es gibt also einen Unterschied zwischen Herrschaft und Führung. Macht
als
Ausdruck von Herrschaft ist kein universelles Gesetz. Macht existiert nur
solange
bis die Illusion der Herrschaft erkannt wurde. Diese Illusion wird heute,
wie vor
dreitausend Jahren mit Kriegen bezahlt und von Tyrannen oder geheimen
Gruppierungen aufrechterhalten.

Funktionsautoritäten verkörpern Macht, ohne dass es Herrschaft bedarf.

Wenn etwas immer Bestand hat im Universum, dann ist es Intelligenz. Vor
allem
die Intelligenz, die Tyrannenherrschaft zu überwinden – wie auch
immer.

Viele intelligente Menschen in Großprojekten kommen gut ohne ausgeprägte interne Machtstrukturen aus.
Das funktioniert aber nur, wenn sie durch das Wirken von Machtstrukturen auf Kosten anderen Menschen (gegen deren Willen?) alimentiert werden, oder möchtest du die Kosten für die CERN-Leute bezahlen?

nachdenkliche liebe Grüße
Silke


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