Gute Punkte

mabraton, Sonntag, 05.06.2016, 08:56 (vor 3542 Tagen) @ mh-ing2421 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.06.2016, 13:31

Halo mh-ing!

Alles korrekt dargestellt, ich nehme an, Sie sind Fachmann!?

Der 3. Punkt ist auch, dass nicht das Projekt fix und fertig bis zum
letzten Plan und Detail durchgearbeitet ist, wenn man anfängt. Man fängt
mal hier und dort an, derweil viele noch völlig ungenehmigt, ungeplant und
unklar ist. Man holt sich Vorabgenehmigungen, um das machen zu können oder
man macht gar einzelne Bauteile, die unabhängig betrachtet werden.
Überlagert wird das Ganze dann durch unzählige Änderungen, Umplanungen,
Anpassungen an Kundenwünsche usw., die dann selbst jede gute Planung
völlig durcheinander bringen.

Stuttgart 21 wurde von Ex-Bahnchef Ludewig (der Letzte Bahnchef der vorab keinen Job als Manager bei einem großen Automobil-Konzern inne hatte) als unsinnig und unrentabel erklärt und beendet. Schnellschwätzer Öttinger, (in S bekannt und anerkannt als Verbindungsmann zur italienischen Baubranche [[zwinker]]) hat das Projekt, vor seiner Abberufung nach Brüssel, aus dem Koma geholt. Die Pläne sind aus Studienarbeiten des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Uni Stuttgart, unter der Leitung von Dr. Gerhard Heimerl (der technisch Hauptverantwortliche für das Desaster) hervor gegangenen Pläne und befanden sich zu Baubeginn(!) sozusagen in Rohfassung. Bei der extrem anspruchsvollen Stuttgarter Topologie und Geologie (Stichwort, "nicht ausgelaugter und quellfähiger Gipskeuper") ist dies mehr als fahrlässig. Das ist auch der Grund, weshalb bis heute zu 90 % nur Abrissarbeiten und grober Aushub stattgefunden haben. Ich meine, dass es aktuell immer noch keine fertigen, umsetzbaren Pläne gibt. Man arbeitet auf Sicht. Fachleute, die bereits mit dem Projekt zu tun und tieferen Einblick in die Planungen hatten, halten es für nicht unwahrscheinlich, dass S21 nicht fertig gestellt werden kann!


Wenn man es richtig nach HOAI in den erforderlichen Planungsabschnitten
anginge, dann hätte man:
Vorentwurf mit Kostenschätzung (30-40 % Spannbreite)
Ausführungsplanung (ca. 20 % Spannbreite der Kosten)
Ausschreibung/Vergabe (ca. 10 % Spannbreite)
Ausführung (sollte dann bei richtiger Planung im Soll liegen)

Natürlich. Diese Vorgehensweise wird allerdings anhand des politischen Prozesses, der über den Bundesverkehrswegeplan entscheidet, konterkariert.

Genau aber dieses gute Schema hält man nicht ein und macht damit die an
sich gute Ingenieur-Planungskunst zu einer Witznummer international.

Die Chinesen wissen sehr detailliert Bescheid und halten sich die Bäuche! [[top]]

Beste Grüße
mabraton


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