Die Landwirte glaubten eben, Land genüge und das Wirtschaften könnten sie sich sparen. Das war ein Fehler, wie sich nun zeigt

Mephistopheles, Datschiburg, Sonntag, 08.05.2016, 13:38 (vor 3570 Tagen) @ Ostfriese2843 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 08.05.2016, 13:45

In Ergänzung zu

Da ich auf einem Bauernhof groß geworden bin, könnte ich auch über
die gegenwärtige Entwicklung hin zur industriellen Landwirtschaft – dem
heutigen großen Bauernlegen in Westdeutschland – berichten.
Ostdeutschland hat das ja schon seit Jahrhunderten nach einigen Wechseln
von Groß- und Kleinbetrieben hinter sich. Zehn kleinbäuerliche
Milchvieh-Betriebe verlieren täglich ihren Bestand in Deutschland –
wegen der Logik des debitistischen Ablaufes kann ich das verstehen!

Den Rest erspar ich mir. Er trieft nur von Larmoyanz, ohne die selbstverantworteten Fehler zu erkennen.

Wer die Kontrolle über den Vertrieb seiner Produkte bis zum Endverbraucher aufgibt, ist eben kein Unternehmer, sondern Produzent und damit in keiner anderen Position als jeder angestellte Arbeiter. Allerdings dachten die Landwirte, die meinten, sie könnten sich wie die Barone früherer Zeiten das Wirtschaften sparen, zusätzlich noch, sie seien besonders schlau, wenn sie sich außerdem noch die Sozialabgaben sparen, die jeder Arbeiter aufbringen muss.

Der Aufbau eines Vertriebs bis zum Endkunden ist aber mühsam, langwierig, zeitintensiv und erfordert sehr viel Findigkeit. Welcher Landwirt es aber geschafft hat, seine Produkte direkt an die Endkunden zu verkaufen, die höre ich nicht jammern.

Ich bin der Überzeugung, dass selbst heute noch ein Bauernhof, der seine Produkte direkt an Endkunden vertreibt, mit 20 ha oder weniger ein auskömmliches Einkommen erzielen kann, allerdings ist es da mit einer Arbeitskraft bei weitem nicht getan. Mitarbeitender Ehepartner und nach Möglichkeit noch helfende Kinder sind erforderlich, ohne geht es nicht.


Gruß Mephistopheles

PS: Wieso erzwingt eine Melkmaschine eigentlich Stallhaltung?

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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