Von wegen!
Exakt das gleiche Argument hast du damals auch gebracht und ich habe es
entkräftigt: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=315804
Deine Berechnung gilt nicht für denjenigen, der Gold sowieso täglich
handelt,
wie zum Beispiel ein Edelmetallhändler, der gewohnheitsmäßig um
16:00
Uhr
seinen Abschluss macht und danach telefonisch fixiert, um seine
Edelmetallbestände bzw. Lieferverpflichtungen abzugleichen.
Sorry, das ist falsch. Bitte nochmal nachlesen. Schon der Spread macht das
unmöglich.
Ich brauche das nicht nachzulesen. Du scheinst nicht zu verstehen, um was
es geht. Ein Edelmetallhändler, der bisher gewohnheitsmäßig seine Bestände
bzw. Lieferverpflichtungen immer am späten Nachmittag fixiert hat, hätte den
Zeitpunkt der Fixierung so wählen können, dass er von der Kursanomalie
profitiert.
Falls er sein Handelsbuch ein long gehen erfordert, dann wartet er mit der
Fixierung bis kurz nach dem 2. Fixing (und kauft zum
statistischen Tagestiefstkurs). Wenn das Handelsbuch des Händlers ein
short gehen nahe legt, dann fixiert er schon in der Zeit des 1. Fixings (und
verkauft zum statistischen Tageshöchstkurs).
Wenn der Zeitpunkt der Fixierung je nach long oder short intelligent
gewählt
wurde, so konnte man pro Unze einen Mehrerlös von ca. 0,1 Prozent
erwirtschaften. Da hätte sich jeder Händler die Finger danach
abgeschleckt.
Und schon damals habe ich dir geantwortet, dass man sich so das
Schlaraffenland vorstellt. Keinerlei Bezug zur Praxis.
Sorry, aber da scheinst Du keine Ahnung von den Handelsgepflogenheiten im
Edelmetallhandel zu haben. Ich bin des Öfteren bei verschiedenen sehr großen
Händlern (ich sag jetzt keine Namen
) dabei gesessen, wenn
die in der Mittagspause ihre Fixierungen telefonisch durchgegeben haben. Und
da ging es manchmal um 2stellige USD Millionenbeträge pro Fixing.
Aber das ist eigentlich nur ein Nebenkriegsschauplatz.
Um richtig viel Geld geht es in der class action Klage gegen alle beim
Goldfixing beteiligten Banken.
Im Verfahren gegen die Deutsche Bank wurde ja statistisch
detailliert dargelegt, dass über viele Jahre hinweg genau die Kurse des 2.
Fixings nach unten manipuliert wurden. Und zwar um bis zu 4 Basispunkte pro
Handelstag. Warum gerade beim 2. Fixing und nicht beim 1. Fixing? Keine
Ahnung.
Und nur um der gegnerischen Partei einen Gefallen zu tun, wird die Deutsche
Bank ja kein Angebot gemacht haben, eine "wertvolle Entschädigung" zu
bezahlen und dabei mitzuhelfen, die anderen Banken ans Messer zu liefern, die
auch dabei waren. Wie es aussieht waren alle dabei, die den Goldkurs gefixt haben.
Beklagte sind:
Deutsche Bank Securities, Inc. (inzwischen zum Kronzeugen mutiert)
Barclays PLC
HSBC Holdings PLC
Scotia Capital ( Usa) Inc.
Scotiamocatta
UBS Securities LLC
Société Générale, SA
The London Gold Market Fixing LTD
Wer Lust hat, kann sich ja die Gerichtsdokumente reinziehen. Sehr schöne
statistische Auswertungen der Kursverläufe. Offensichtlich waren die
Argumente der Kläger so überzeugend, dass die Deutsche Bank die Segel
gestrichen hat und jetzt die Seiten gewechselt hat.
COMMODITY EXCHANGE, INC., GOLD FUTURES AND OPTIONS TRADING LITIGATION
Grüße
HansMuc