Steuersparmodelle für den kleinen Mann

Echo, Mittwoch, 13.04.2016, 10:53 (vor 3592 Tagen) @ Schissbux4997 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 13.04.2016, 12:34

Die Sache mit dem Gold-Buchverlust kannte ich noch gar nicht, werde ich mir näher anschauen (geht nur bei Bilanzierern, oder auch bei EÜR?).

Ich experimentiere gerade selber mit den Mitteln, die das System zur Verfügung stellt und habe schon einige höchst interessante Konstrukte entworfen. Sobald man weiß, wie's funktioniert, findet man in der realen Welt sehr viele prominente Vorreiter. Beispiel: Allianz-Versicherungen wurden für Mitglieder des IPV e.V. günstiger angeboten. Die Mitgliedsgebühren hingegen sind deutlich niedriger besteuert, haben einen erneuten Freibetrag, und bei der Verwendung der Gelder ist der Verein ziemlich frei. Es spricht absolut nichts dagegen, als Selbstständiger ein ähnliches Modell umzusetzen, zumal die Kosten hierfür sehr niedrig liegen. Man braucht nur das Know-how. Der Knaller: Die Rüstungsindustrie betreibt eine "gemeinnützige Bildungsorganisation für Sicherheitspolitik", um ihre Lobbygeschäfte steuergünstig zu verschleiern. Dass sich ein großer bayrischer Versandhändler hinter der Fassade eines Münchner Sportvereins versteckt, fällt einem mit dem richtigen Hintergrundwissen ebenfalls wie Schuppen von den Augen. Einstiegslektüre zu diesem Thema habe ich mir damals bei W. Rademacher besorgt, aber der Kaninchenbau des Abgabensparens geht in der Realität noch sehr viel tiefer. Auf diesem Wege lassen sich z.B. selbst Krankenversicherungszwänge, Enteignungen, und vieles mehr mildern.

Wer schon großes Vermögen hat, kann mit dem Stiftungsmodell punkten. Man hat bei den Stiftungsgewinnen zwar weiterhin ein Drittel Pflichtabgaben, aber deren Verwendung darf man selber bestimmen. Gewiefte Stifter begünstigen "nahestehende" Organisationen. Dann habe ich neulich für einen Stiftungsvorstand gearbeitet, der hat flugs mal eine stiftungseigene Mietwohnung bezogen. Die werden niemals an die Öffentlichkeit ausgeschrieben, sondern untereinander verteilt (vermutlich unter Marktwert). Im Gespräch hat er mir dann noch verraten, dass seine erste Eigentumswohnung quasi vom Finanzamt abbezahlt wurde, weil deren Wert Lohnsteuer mindernd anzusetzen war. Kurz: Selbst als Arbeitnehmer lässt sich interessantes anstellen, vor allem wenn auch noch der Arbeitgeber mitspielt, oder wenn man einen selbstständigen Nebenerwerb betreibt. Kalte Progression lässt grüßen.

Das Buch "Steuern steuern" von Köber spricht davon, dass man als gut verdienender Selbstständiger mit ein wenig Aufwand (über ermäßigte GmbH Mutterversteuerung in Verbindung mit Stiller-Teilhaber-Gewerbesteuerersparnis) vom Spitzensteuersatz runter auf 20-30% Belastung kommen könne. Bei seinem Modell muss man aber etwas höhere Startkosten und deutlich höhere laufende Kosten einkalkulieren, als ein Einzelunternehmer das üblicherweise hätte. Darum versuche ich als Geringverdiener sein Wissen ein bisschen umzukombinieren, aber sämtliche Haftungsbeschränkungen beizubehalten.

Nachteil des Standorts Deutschland bleiben aber meiner Meinung nach weiterhin die lästigen Bürokratiekosten (Abmahnwahn, Verpackungsverordnung, Meisterzwang, Steuererklärungen, IHK-Beitragspflicht, ...). Zum Glück bietet das EU-Recht spannende Auswege :) Die muss ich aber noch genauer anschauen. Fettnäpfchen will ich vermeiden.

Inzwischen habe ich schon einige Literatur zum Thema digitalisiert sowie einige Seminarmitschriften angefertigt. Erfahrungsaustausch ist gerne erwünscht! Für den Stuttgarter Raum haben wir sogar einen eigenen Stammtisch gegründet, die Stammtische gibt es auch in anderen Gegenden. Genaueres per privater Nachricht.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.