soziale Organisation der Lösung der Energiefrage ..
Hallo CrisisMaven,
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
Habe mich dann gefragt, ob ich erst solange warten sollte, bis ich
antwortete, aber das waere unhoeflich spaet oder gar nie. Und letzteres
suggerierte auch noch voellig unzutreffend Desinteresse.
Ich dürfte hier eigentlich gar nicht schreiben, denn ich werde aus Zeitgründen an einer wirklichen Diskussion gehindert, und so bin ich es, der eigentlich unhöflich ist. Da bitte ich also um Entschuldigung, wenn ich zwischen Tür und Angel irgendwelche Gedankenbrocken reinwerfe, und nicht wirklich zu Ihnen stehen kann.
Die Energiefrage ... ist, wie die meisten anderen auch, primär
eine Frage der sozialen Organisation.
So wenig wie im politischen Bereich (Organisation auf Wahlkreisebene, Finden von geeigneten "Direktkandidaten", Gesetzentwürfe für eine Staatsreform) so wenig habe ich eine umfassende Idee, wie eine soziale Bewegung aussehen müßte, um die Lösung der Energiefrage, die technisch absolut möglich ist, praktisch zu organisieren. Es darf keine rein technische Lösung sein, weil wir sonst auf dem gleichen zerstörerischen Weg weitergehen würden, den wir bereits jetzt eingeschlagen haben. Denn wäre Energie kostenlos und in unbegrenzter Menge verfügbar, gäbe das die absolute Katastrophe, weil dann andere Ressourcen noch schneller geplündert und verschwendet würden (da enstehen dann nicht nur "rebound"- sondern "backward"-Effekte). Also muss die technische Lösung nicht nur instrumental sondern auch strukturell mit einer neuen sozialen Organisation und mit einer neuen "ethischen Einstellung" gekoppelt sein.
Mit Solarthermie, PV und einigen wenigen überschaubaren weiteren Maßnahmen, im Bestandsbau evtl. mit kleinen KWK-Anlagen, kann man beispielsweise ein Wohnhaus nicht nur autark/passiv sondern aktiv stellen. In kleinen Netzen (Straßenzug, Dorfebene, Stadtteil) könnte also ein koordiniertes Zusammenspiel hergestellt werden, das die nächste Ebene der Autarkie und Dezentralität bedeuten würde. Wenn jemand das aber organisieren wollte, stünde er vor eminenten rechtlichen und gleichzeitig "sozialen" Problemen: weil die meisten seiner Mitmenschen nicht mitmachen würden und sich lieber weiter mit den Energie-Monopolisten rumärgern würden als mit ihren direkten Nachbarn, die sie sowieso bzw. ebenfalls nicht leiden können. Das Schaf schaut nur aufs Gras direkt vor seiner Nase. Also wird es weiter so gehen wie bisher. Der Crash ist die einzige Lösung. Und dafür muss man vorbereitet sind. Und zwar nicht mit einem neuen EGO-Ansatz (my home, my car, my gun, my world). Sondern an diesem äußerst schmerzhaften Punkt, der nicht allzuweit mehr vor uns liegt, muss dann der technische und zugleich der neue soziale Vorschlag auf den Tisch gelegt werden können. Wer annehmen will, ist eingeladen. Oder eben weiterschauen, wie er allein zurechtkommt.
Ja, aber mit Strom aus Staudaemmen heizen? Nur, um zu riskieren, dass
bei einem Dammbruch Millionen Tote zu beklagen waeren, die
stattdessen viel lieber, haetten sie die Wahl gehabt, besser gedaemmt und
mit Solarthermie geheizt und geduscht haetten ... Wenn das Aspekte Deiner
"sozialen Organisation" sind, dann: a) taugt sie nicht fuer den
Haupt-Energiebedarf, b) verursachen vermehrte Staudaemme Erdbeben, c)
Flutgefahren, d) vernichten grosse Ackerflaechen und verdraengen e) so wie
Braunkohletagebau, Menschen aus ihren angestammten Siedlungen. Was diese
wohl von solcher "Organisation" halten moegen?
Der Staudamm in Maine war für ein Gezeitenkraftwerk gedacht, da ersaufen bei Bruch nichtmal ein paar Biber. Staudämme an Land kann man sich sparen. Bei kleinen, angepassten Flusskraftwerken ist noch ganz erheblicher Spielraum. Um 1900 gab es hier in D wohl mehr Mühlen als heute kleine Flusskraftwerke. Mit der heutigen Generatortechnologie würden die alle wirtschaftlich laufen und für die oben genannten kleinen Netze einen gemeinschaftlichen Beitrag leisten können.
Einerseits richtig, aber Gezeiten koennen nicht sehr viel weiter helfen.
Die Moeglichkeiten sind sehr begrenzt, insbes., wenn man sie ins
Verhaeltnis setzt zu den Energieverbrauchsraten pro Jahrzehnt.
Der Festlandssockel im Westen von Europa ist sehr weit hinaus nur 100 Meter tief. Die EU-Kommission hat 2001 die Potentiale der Wellenkraft ermitteln lassen. Wir könnten nach dieser Expertise unseren gesamten Strombedarf damit decken (nicht dass ich das vorschlagen würde, aber es soll die Potentiale zeigen. Da ist offshore Wind noch gar nicht dabei. Kann man anlagenmäßig kombinieren). Wenn nun Menschen Pyramiden für tote Pharaonen bauen und tagaustagein die auch noch füttern können (und die Fütterer, sprich Priester, dazu), warum können sie dann nicht auch derartige Energieanlagen, von denen sie einen direkten Nutzen hätten, gemeinsam aufbauen. Das meine ich mit sozialer Organisation.
Das EEG und die Förderung von PV und Windkraft: vielleicht war das eine super soziale Organisation? Es gibt nichts Schrägeres als diese EEG-Geschichte (inklusive Vorläufer), finanziell gesehen: wo der Strom fünf Male so viel kostet wie seine Produktion, und wo diejenigen das Geld bekommen, die es ohnehin schon haben. Und dennoch hat diese (eigentlich deutsche?) Pionierleistung die Kosten für PV und Windkraft so dramatisch reduziert, dass letztere sich heute in der Breite durchsetzen können. Wir hier in D haben es (noch) nicht so richtig gepackt (weil wir die Speicherproblematik übersehen haben), aber Länder wie Portugal, Dänemark und China haben diesen Ball aufgegriffen und spielen ihn gekonnt. Also war es das Ganze doch nicht umsonst - und ein positives Beispiel sozialer Organisation?
Transmutationsreaktoren, um den Müll zu verbrennen, wurden inzwischen
mehrere Konzepte vorgeschlagen.
Ja, Konzepte
vorgeschlagen. Auf anderer Leute Kosten.
Mit konventionellem Transmutationsreaktor meinte ich z.B. den BN-800 Beloyarsk. Kurzinfo etwa unter: http://nuklearia.de/atommuell/. Diese Dinge laufen bereits. Deutschland steht abseits. Die Empfehlungen der Delphi-Experten gehen dahin, zu beobachten und international mitzuarbeiten. Motto: wasch mich, aber mach mich nicht nass (Partitionierung und Transmutation, hrsg. von Ortwin Renn, ACAtech-Studie, 2014).
Bezüglich unkonventioneller Transmutation verweise ich auf die Arbeiten von Egely. http://www.egely.hu/?lang=eng&page=letoltes. Da siehst Du Dinge, die Dich abstoßen werden; und Dinge, die Du nicht verstehst; und Dinge, die Du nicht glauben willst. Ist aber Deine Sache, wie Du Dich entscheidest - und was Du daraus machst. Egely ist nur einer von einem Dutzend Ansätzen. Ich stecke da mitten drin. Es war nicht Hahn, der die Kernspaltung entdeckt hat, sondern 1932 hat man sie, natürlich hier in D, bereits am Lithium beobachtet. Mit Lithium liesse sich ein aneutronischer Fusions- und Spaltungsreaktor entwickeln. Da hat aber niemand Interesse daran. Und außerdem brauchen wir das Lithium ja für die Batterien. Wir könnten es aber auch aus Wasser "synthetisieren", und dabei noch Energie gewinnen. Das Problem hier heißt Tritium.
(zum Lithium)
http://www.p-j-hahn.de/word/Richter.pdf
http://martin-kirschke.de/fundbuero_agfischer.html
(Letzterer ein typisch deutsches Schicksal: hat in den USA bei RCA wichtige Dinge geleistet, von denen heute die ganze Welt zehrt; wurde dann "nach Hause geschickt"; seine weitergehenden Visionen verlacht).
Letztes Jahr wollte ich einen Investor mit einem Erfinder zusammenbringen (Deuteriumfusion in Palladium). Der Investor hat eine Überprüfung an einer Universtität verlangt. Der Erfinder war sofort bereit. Ich schreibe also an ein geeignetes Uni-Institut. Sagt mir der Leiter: für diese Messung haben wir keine Genehmigung vom Kultusministerium (Text ist ganz unten). Im Grund aber hat der Mann an der Universität völlig Recht. In diesem Bereich Forschung und Entwicklung zu machen, verlangt Bereitschaft für absolute Transparenz und soziale Kontrolle. Deswegen gibt es in Indien keine Patente im Bereich der Kernphysik. Es soll damit ausgedrückt werden, dass die Arbeit in diesem Bereich eine öffentliche Angelegenheit ist, mithin einen ausgereiften Grad von sozialer Organisation und offenem Diskurs erforderte. Der ist aktuell auf allgemeiner Ebene praktisch nicht vorhanden, nur in kleinen, überschaubaren Zirkeln. Und deswegen mußt Du leider noch ein wenig warten. Es sei denn, Du willst Dich anschließen.
Wie eingangs gesagt: ich tue mich schwer, mit regelmäßigem Schreiben. Habe vermutlich auch noch Schreibschulden bei Dir bezüglich Toynbee. Der war zwar sehr fleissig, aber hat auch keine wirklich ausgereifte Theorie für das Phänomen der menschlichen Kultur bzw. Hochkultur/Zivilisation entwickeln können. Das entscheidende Moment ist die Akzeptanz, dass die geschichtlichen Prozesse, wie im Übrigen fast alle anderen Prozesse in diesem Universum, zyklisch oder schwingungsmäßig organisiert sind.
Beste Grüße, Weiner
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Anhang / Auszug aus der Korrespondenz mit deutscher Uni wegen Strahlungsmessung / LENR-Anordnung / Beispiel für praktische Probleme bei der Entwicklung neuer Technologien im Kernforschungbereich
"Sehr geehrter Herr XYZ, an unserem Institut steht das Equipment für Neutronendetektion zur Verfügung, und rein technisch können wir eine solche Messung vornehmen.
Als Strahlenschutzbeauftragte für den betreffenden Bereich stellt sich mir allerdings die Frage, ob dieser Test in meiner Genehmigung enthalten ist. Neutronendosen in dieser Höhe erfordern zweifelsfrei eine Genehmigung - haben Sie ein Strahlenlabor für ihre Tests, das die Anforderungen eines Kontrollbereiches erfordert? Arbeiten Sie mit radioaktiven Stoffen, oder wirklich nur mit (stabilem) Deuterium?
Der Betrieb eines solchen Gerätes ist (bis jetzt noch ohne Rücksprache mit der Behörde) in unserer Genehmigung nicht enthalten und falls radioaktive Stoffe oder auch nur eine abschaltbare Quelle solch hoher Neutronendosen vorliegen, muss ich Sie nach einer Genehmigung für das Gerät bzw. die radioaktiven Stoffe fragen, bevor ich Ihnen die Objekte wieder ausgeben darf. Wenn Sie keine Genehmigung haben, das Gerät aber ein Strahler ist, darf ich es Ihnen dann nicht wieder mitgeben.
Eventuell könnten wir vereinbaren, dass wir mit Messequipment in Ihren Strahlenschutzbereich kommen und die Messung vornehmen - natürlich in Absprache mit Ihrem Strahlenschutzbeauftragten. Ich müsste natürlich sicherstellen, dass mein Messgerät in Ihrem Kontrollbereich nicht kontaminiert oder signifikant aktiviert wird, so dass ich es gemäß den in §44 der Strahlenschutzverordnung getroffenen Regelungen nach der Messung mittels "Herausgabe" wieder mitnehmen kann.
Für einen solchen Messbesuch kann ich, wenn Sie das möchten, eine Kostenabschätzung vornehmen.
Mit freundlichen Grüßen, Dr. ABC"
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Nur ein Satz zu Prof. Turtur: Ich hatte ihn gebeten, das elektrostatische Experiment mit der magnetischen Kraft zu wiederholen (sie ist ein Vielfaches der Coulomb-Kraft und technisch leichter zugänglich). Das wollte/konnte er nicht. Jetzt ist alles in die Raumenergie abgedriftet, die eine Sackgasse ist.