Die Diskussion führen
Hallo Webmax,
...ist hier meiner Meinung nach beschrieben.
Kann ich nachvollziehen. Ich wollte einerseits etwas sortieren, andererseits aber auch die Diskussion mal wieder auf die Sache lenken. Immer nur tagesaktuelle Flüchtlingspanik lenkt doch sehr ab davon.
Hallo Mercury, sicher sind das sehr wichtige und für alle bedeutsame
Fakten und mögliche Entwicklungen, danke dafür.
Man sollte das Folgende aber imho nicht außer Acht lassen:Ich gehe mit Lafontaine völlig kondom, dass allein die Hälfte nur
des amerikanischen Militär-Budgets ausreichen würde, alle derzeitigen
ökonomischen Probleme u n d den Hunger weltweit zu beseitigen!
Denn man kann Öl schließlich auch ganz einfach käuflich erwerben,
statt es mit der Waffe in der Hand zu erkämpfen und über korrupte Kanäle
zu sichern und ganz bewusst nach der Regel "Divide et impera"(Trenne und
herrsche) zusätzlichen Unfrieden zu stiften.
Ja, so habe ich früher auch gedacht. Wie viele Krankenhäuser kann man für den Preis eines Bombers bauen!
Die Menschen der öl- und rohstoffreichen Länder könnten dann, statt
US-Waffen zu kaufen, mit den gerecht verteilten Einnahmen ihren
Lebensstandard vernünftig erhöhen und ihre vorwiegend asiatischen
Gastarbeiter-Sklaven auch vernünftig bezahlen.Mehr "Produktion" als bisher ist da - bei sinkenden
Bevölkerungsraten - also gar nicht nötig; es ist schlicht und einfach
ein Umverteilungsproblem!
Bis ich dann auf dieses "Umverteilungsproblem" stiess. Beispiel 1: Wenn das Öl nur gekauft (statt erobert) wird, sammelt sich das Geld z.B. in Saudi Arabien. Wie kriegen wir es da wieder heraus? Sonst sind die plötzlich die neuen USA.
Beispiel 2: Es gibt verschiedene Umverteilungsmöglichkeiten. Nach Leistung, nach Bedarf, nach Kopf. Es wird also immer schon darum Streit geben, welche Umverteilungsregel sich durchsetzt. Diese Regeln müssen am Ende durchgesetzt werden, womit du bei Gewalt bist.
Beispiel 3: Da du nicht mehr produzieren willst, werden auch nicht mehr Arbeitsplätze entstehen. Wovon bestreiten diese Menschen dann ihren Unterhalt? Bedingungsloses Grundeinkommen für die Weltbevölkerung wird die Lage nicht entschärfen, weil dann das Problem der Freizeitgestaltung entsteht, was Ressourcen verbraucht, was Umwelt verbraucht. Das Problem der natürlichen Grenzen der Welt wird von der Produktion zur Freizeit verlagert.
Wer sagt auch, dass es erneut ein Imperium geben muss - und warum
sollte sich ein solches dann "imperial" á la USA verhalten?
Ein Riesenland wie Russland z.B.wird die nächsten 100 Jahre für die
innere Entwicklung benötigen (was sicher angesichts der Größe
"demokratisch" nicht möglich ist - Deutschland als Pseudodemokratie
beweist es derzeit im Kleinen).
Du sagst es selber: "Demokratisch" geht das nicht, also von Partial- oder Teilgruppeninteressen bestimmt, die den Anderen die Beteiligung verwehren müssen. Dazu brauchen sie Gewalt. Um ihre Position zu sichern, werden sie sich also nach und nach imperial verhalten müssen.
Das ginge doch nur, wenn ein von oben gesteuerter (sicher
islamischer!) Bevölkerungs-Vermehrungsdruck über den Glauben und die
Illusion der Weltvormachtstellung entstünde.
Schon Hitler wollte "mehr Lebensraum im Osten" für das deutsche Volk
- in Wahrheit ging es um die kaspischen Ölquellen.
Ja. Religion ist ein Thema für sich. Mit dem "Lebensraum" liess sich der Schuldendruck gut verkaufen.
Die europäische Sonderrolle sähe ich historisch bedingt in einer Art
"Universitätstätte" für die Welt, in kultureller,
technisch-wissenschaftlicher, also forschungs- und bildungspolitscher
Hinsicht.
So war es in Deutschland ja lange Jahre. Bis Bertelsmann kam. Inzwischen ist die Technologie einfach so entwickelt, dass man nicht mehr so viel Bildung braucht. Womit unsere Sonderrolle entfällt.
Die von bestimmten israelischen Kreisen gebremsten USA haben
offensichtlich auch das nicht leisten können oder wollen.
Da kenne ich mich nicht aus.
Danke für deine Antwort.
Grüße
Mercury
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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich