Antwort

Ostfriese, Sonntag, 20.12.2015, 09:57 (vor 3700 Tagen) @ helmut-13030 Views

Hallo Helmut

Hab aus einem bestimmten Grund etwas mit meiner Antwort gewartet.

Das ist schon mal sehr gut. Wir erleben heute ein Übermaß an Realität, Wille, Forderungen, Verbindlichkeiten und Beschleunigung der Zeit. Wir können freie Zeit einfach nicht mehr genießen und bewegen uns im andauernden Hamsterrad. Es gibt auch im Forum User, die innerhalb von drei Monaten im Durchschnitt täglich vier Beiträge eintragen. Ich kann das nicht – kann und will sie auch nicht alle lesen!

Nun, Du gibst eine Bewertung der Demokratie aus der Sicht der
Handwerksmeister. Natürlich kann man den Begriff "Demokratie" von den
verschiedensten Seiten aus beleuchten.

Das Wort „Handwerksmeister der Macht“ steht nicht im Zusammenhang mit der Bauindustrie, sondern soll den Begriff „Machthalter“ in den Instanzen (Legislative, Exekutive, Judikative, usw.), den einige User in ihren Beiträgen zur Zentralmachtordnung benutzt haben, flapsig ersetzen. Zum Thema „Gläubiger = Schuldner“ liefert der Beitrag: Real-Enzyklopädie(26): Kapitalismus, Marktwirtschaft etc. – Klärungsversuch aus http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Debitismus-PCM.pdf von Paul C. Martin wertvolle Hinweise und Erläuterungen.

Was den Ursprung des Wortes betrifft, also die Zusammensetzung der Worte
"demos" und "kratia", da dürfte schon klar sein, dass bei dieser Idee das
Volk im Staate das Sagen hat. Theoretisch zumindest.

Was in der Wirklichkeit draus gemacht wird, das wissen und sehen wir. Jede
Ideologie ist vom Usrprung her gut. Egal, ob es der Nationalsozialismus,
der Kommunismus, die Demokratie oder das Christentum ist. Nur wird eben
nach der "Installierung" des Systems meistens was ganz anderes umgesetzt,
als die Theorie der jeweiligen Ideologie es ursprünglich vorgibt.

Die Art der Staatsordnung ist auch nur eine Frage der Ausgestaltung des Machtkreislaufes, wie wir der Machttheorie von Paul C. Martin entnehmen dürfen. Interessant sind hier die feinen Unterschiede zur Theorie der Machtmechanismen von Michel Foucault – auch im Hinblick auf die Diskussion über eine Zentralmachtordnung.

Deshalb ist es hier wenig sinnvoll, den Begriff "Demokratie" zu
diskutieren, weil man diesen Begriff unter sehr vielen Aspekten sehen kann.
Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. Brauche wohl
nicht zu erwähnen, dass darüber schon genügend Bücher geschrieben
wurden.

Ich denke, dass wir uns über den Kern der ganzen Sache klar werden müssen. Die Demokratie muss vorfinanziert werden und ist ein Spiegelbild der internationalen Finanz-Interessen.

Die Diskussionen über diese Aspekte – Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. – sind Simulationen und dienen dazu, die Vergewaltigungen, die jeder täglich anderen zufügt und denen jeder täglich ausgesetzt ist, zu ertragen – sonst wären wir in diesem irren Wahnsinn des Systems schon längst verrückt geworden und untergegangen. Sie müssen zuerst in einem Forum über den Debitismus beiseitegeschoben werden, weil sie einen trügerischen Schein und ein Trugbild – ein Simulakrum – darstellen. Die Simulation ist Realität. Danach werden wir sehen, was uns von den Aspekten überhaupt inhaltlich bleibt.

Das zeigt auch dieser Faden, dem ich offensichtlich entnehmen kann, dass Voltaire eine zwiespältige und zwielichtige Persönlichkeit war und sein literarisches Werk inhaltlich infrage gestellt werden kann. Die Aussagen von @Moterone kann ich auch im Sinne von Jean Baudrillard interpretieren. Vielleicht muss ich persönlich froh sein, dass ich mich zeitlich nicht so intensiv mit den Texten von Voltaire beschäftigt habe.

Nur aus einem einzigen Grund habe ich den Begriff in meinem
Anfangskommentar erwähnt: Wegen der damit verbundenen Meinungsfreiheit,
die eigentlich ein Grundrecht in dieser Staatsform sein müßte. Aber schon
lange nicht mehr ist.

Warum habe ich mit meiner Antwort an Dich gewartet? Einfach zu erklären:

Ich habe ein Thema angesprochen, das eine zentrale Frage beinhaltete:
Warum liest man nichts mehr von einem Zeitgenossen, der noch vor einigen
Wochen hier gepostet hat. Offensichtlich ist er nicht "ausgestiegen",
sondern "ausgestiegen worden".

Anstatt sich mit dieser Frage zu beschäftigen, werden andere Dinge in den
Vordergrund gestellt, die mit der Kernfrage gar nichts oder nur wenig zu
tun haben. Bewußt (??) - unbewußt (??), - ich weiß es nicht. Aber es
gibt mir Anlaß zur Sorge.

Ich habe mich sehr eingehend mit der 1. Hälfte des vergangenen
Jahrhunderts beschäftigt, aus familiären Gründen. Auch da gab es eine
Zeit, wo einfach Leute "verschwunden" sind. Wenn sie von der Gestapo um 5
Uhr morgens abgeholt wurden, dann bekam man das als Nachbar noch manchmal
mit, weil es nicht unbedingt geräuschlos ablief. Aber viele gingen einfach
von selbst, oder wurden am Arbeitsplatz abgefangen, oder bei
Veranstaltungen, etc. Man stellte einfach irgendwann nur fest, dass der-
oder diejenige schon längere Zeit nicht mehr gesehen wurde.

Deshalb ist es einerseits ganz gut, wenn man als bislang kommentierender
Forist für den Fall, dass man - aus welchen Gründen auch immer - nicht
mehr an der Forumsdiskussion teilnehmen will, es mitteilt. Insbesonders
dann, wenn man regelmäßig gepostet und dabei auch Meinungen vertreten
hat, die nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen sind. Man muss es ja
nicht so theatralisch machen wie weiter oben, - was ich nicht besonders
sinnvoll finde, - aber eine Info genügt ja. Wenn man dann eine kurze
Begründung anfügt, - o.k., - bleibt jedem selbst überlassen.

Aber dann bekommt man nicht mehr den Eindruck, dass Leute einfach
"verschwinden". Genau das macht mir Sorge und war der alleinige Grund
meines Threads. Aus dem zu Beginn genannten Zitat heraus, - und dabei ist
es absolut zweitrangig, ob das Voltaire so oder so gesagt hat oder nicht.
Zweitrangig in diesem speziellen Fall.

Das Forum ist aus ökonomischen Fragestellungen heraus entstanden, die zur Entstehung und Fundierung des Debitismus führten. Gerade in dieser Zeit des Umbruchs – der Völkerwanderung – ist es für die Leitung gewiss eine Herausforderung, diesen Ameisenhaufen aus gelegentlich leicht erregbaren Individualisten zusammen und auf Kurs zu halten.

Gruß - Helmut

Schöne Grüße in den 4.Advent Ostfriese


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