Differenzierte Meinung
Hab aus einem bestimmten Grund etwas mit meiner Antwort gewartet.
Nun, Du gibst eine Bewertung der Demokratie aus der Sicht der Handwerksmeister. Natürlich kann man den Begriff "Demokratie" von den verschiedensten Seiten aus beleuchten.
Was den Ursprung des Wortes betrifft, also die Zusammensetzung der Worte "demos" und "kratia", da dürfte schon klar sein, dass bei dieser Idee das Volk im Staate das Sagen hat. Theoretisch zumindest.
Was in der Wirklichkeit draus gemacht wird, das wissen und sehen wir. Jede Ideologie ist vom Usrprung her gut. Egal, ob es der Nationalsozialismus, der Kommunismus, die Demokratie oder das Christentum ist. Nur wird eben nach der "Installierung" des Systems meistens was ganz anderes umgesetzt, als die Theorie der jeweiligen Ideologie es ursprünglich vorgibt.
Deshalb ist es hier wenig sinnvoll, den Begriff "Demokratie" zu diskutieren, weil man diesen Begriff unter sehr vielen Aspekten sehen kann. Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. Brauche wohl nicht zu erwähnen, dass darüber schon genügend Bücher geschrieben wurden.
Nur aus einem einzigen Grund habe ich den Begriff in meinem Anfangskommentar erwähnt: Wegen der damit verbundenen Meinungsfreiheit, die eigentlich ein Grundrecht in dieser Staatsform sein müßte. Aber schon lange nicht mehr ist.
Warum habe ich mit meiner Antwort an Dich gewartet? Einfach zu erklären:
Ich habe ein Thema angesprochen, das eine zentrale Frage beinhaltete: Warum liest man nichts mehr von einem Zeitgenossen, der noch vor einigen Wochen hier gepostet hat. Offensichtlich ist er nicht "ausgestiegen", sondern "ausgestiegen worden".
Anstatt sich mit dieser Frage zu beschäftigen, werden andere Dinge in den Vordergrund gestellt, die mit der Kernfrage gar nichts oder nur wenig zu tun haben. Bewußt (??) - unbewußt (??), - ich weiß es nicht. Aber es gibt mir Anlaß zur Sorge.
Ich habe mich sehr eingehend mit der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt, aus familiären Gründen. Auch da gab es eine Zeit, wo einfach Leute "verschwunden" sind. Wenn sie von der Gestapo um 5 Uhr morgens abgeholt wurden, dann bekam man das als Nachbar noch manchmal mit, weil es nicht unbedingt geräuschlos ablief. Aber viele gingen einfach von selbst, oder wurden am Arbeitsplatz abgefangen, oder bei Veranstaltungen, etc. Man stellte einfach irgendwann nur fest, dass der- oder diejenige schon längere Zeit nicht mehr gesehen wurde.
Deshalb ist es einerseits ganz gut, wenn man als bislang kommentierender Forist für den Fall, dass man - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr an der Forumsdiskussion teilnehmen will, es mitteilt. Insbesonders dann, wenn man regelmäßig gepostet und dabei auch Meinungen vertreten hat, die nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen sind. Man muss es ja nicht so theatralisch machen wie weiter oben, - was ich nicht besonders sinnvoll finde, - aber eine Info genügt ja. Wenn man dann eine kurze Begründung anfügt, - o.k., - bleibt jedem selbst überlassen.
Aber dann bekommt man nicht mehr den Eindruck, dass Leute einfach "verschwinden". Genau das macht mir Sorge und war der alleinige Grund meines Threads. Aus dem zu Beginn genannten Zitat heraus, - und dabei ist es absolut zweitrangig, ob das Voltaire so oder so gesagt hat oder nicht. Zweitrangig in diesem speziellen Fall.
Gruß - Helmut