@nereus (mal wieder) et al. Eine kleine persönliche Begebenheit.
@nereus et al
Wollte eigentlich nichts dazu schreiben, aber sehe, dass das kein Ende nimmt mit diesem unsagbaren Schwachsinn.
Dazu hier eine kleine persönliche Begebenheit.
Meine Frau hat eine Bekannte. Sie ist die Cousine einer Arbeitskollegin, die Arbeitskollegin wohnt in Ontinyent, die Cousine in Madrid, gebürtig aus Ciudad Real. Letztes Jahr waren wir beide auf der Hochzeit der Arbeitskollegin, wo auch die Cousine mit ihrem damaligen Freund weilte. Ich kann mich an die Beiden nur noch verschwommen erinnern, da die Hochzeiten hier meist nicht unter 200 -300 Gäste haben. Meine Frau war dieses Jahr im Juni noch auf der Hochzeit dieser Cousine, in Madrid.
Anfang letzter Woche erfuhr ich über meine Frau, dass sie zum Zeitpunkt des Anschlages im Bataclan war. Sie lebte in Paris zu diesem Zeitpunkt.
Diesen Freitag sah ich sie wieder, in Granada, wo ich mit meiner Frau war.
Sie hat unvorstellbares erlebt. Sie ist immer noch unter Schock. Wir erfuhren ein wenig von den Umständen. Es kam alles plötzlich, überall war Blut, Schreie, Panik, Adrenalin, Verwirrung. Sie hat ca. 30 Minuten auf der Tanzfläche ausgeharrt, gelegen, bis sie von Rettungskräften hinaus befördert wurde. Sie musste dann draussen warten, als physisch Unverletzte.
Erst dann wurde sich um die Schwerverletzten und Toten gekümmert. Sie wusste in diesen Momenten nicht wirklich, was geschehen war.
Dann suchte sie ihren Mann, der mit ihr auf der Tanzfläche war. Den sie drinnen stark blutend noch im Arm gehalten hatte, und der verstummte, als sie halb unter ihm lag. (Sie meint fest überzeugt, dass er sich schützend über sie gelegt hatte.)
Ihr wurde nach einer längeren Suche in den Krankenhäusern und Behörden bestätigt, dass er es nicht geschafft hat, er ist an einem Bauchschuss verblutet. Sie musste ihn identifizieren.
Am Freitag waren wir auf seiner Beerdigung in Granada.
Sucram