Achja, das Grundgesetz
Naja, beim Grundgesetz handelt es sich ja doch wohl eher um "Richtlinien" als um tatsächliche Vorschriften - willkommen auf der Black Pearl, Miss Turner.
Auch hier ist die Identifikation verloren gegangen: Unser Grundgesetz fußt ganz grundsätzlich auf christlichen Werten und Regeln. Einschließlich dem Grundsatz der Religionsfreiheit.
Sätze wie "Die Leitkultur in Deutschland ist die christlich-jüdisch-abendländische Kultur" und "Der Islam gehört zu Deutschland" schwächen genau diese christliche Basis.
Eine "christlich-jüdisch-abendländische Kultur" ist ein Widerspruch in sich. Jesus Christus war "orthodoxer" Jude und gründete seine Kritik an der seinerzeit praktizierten Religion auf deren Abkehr vom grundsätzlichen Wesen des jüdischen Glaubens. Insofern basiert der christliche Glaube (und die darin innewohnenden Werte) zwar auf dem jüdischen Glauben, stellt aber aus christlicher Sicht eine Weiterentwicklung desselben dar.
Exkurs: Ebenso wie Jesus Christus ursprünglich Verfechter des reinen jüdischen Glaubens war, war Martin Luther ursprünglich Verfechter des reinen katholischen Glaubens, aus dem er seine "reformierte" Kirche weiterentwickelte.
Basis unserer christlichen Werte ist eben, dass wir jede Religionsausübung, solange sie im Übrigen innerhalb unserer Gesetze stattfindet, nicht nur tolerieren, sondern fördern. Religion kommt in der Bedürfnishierarchie direkt nach den physiologischen Bedürfnissen wie Nahrung und vor sozialen Bedürfnissen. Ausdruck dessen ist z.B. auch, dass die "Religionsfreiheit" im Grundgesetz bereits im Artikel 4 verankert ist.
Dementsprechend gehören nicht nur Judentum oder Islam, sondern auch alle anderen Religionen nach Deutschland - und in einer multikulturellen Gesellschaft von heute auch "zu" Deutschland.
Wenn allerdings Frau BK Merkel sagt "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern immer ein wenig lächeln. Ich sage denen gern: Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben", so zeigt dies, dass sie gar nichts begriffen hat. Christliche Werte haben nichts mit christlichem (kirchlichem) Glauben zu tun. Menschen, die sich innerhalb unseres christlichen Wertesystems wohlfühlen, müssen deswegen doch nicht auch gläubig sein?!
Edit: das besagt Zitat stammt von Frau Käßmann, Frau BK Merkel sagte:
"...haben wir doch dann aber auch bitteschön die Tradition mal wieder in den Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein..."
Und genau an diesem Punkt taucht wieder das "Deutsche-Bank-Phänomen" auf: Der Vorstand (Regierung) identifiziert sich nicht mit den Unternehmensgrundsätzen (christliche Werte), eliminiert die mittlere Führungsebene (Mittelstand) und überlässt die Arbeiterschaft (Bürger) sich selbst.
Um es ganz deutlich zu sagen: "Weil" unsere Gesellschaft auf christlichen Werten beruht, heißen wir andere Religionen bzw. Menschen, die an andere Religionen glauben, willkommen, und nicht "obwohl". Werden allerdings diese christlichen Werte negiert und beliebig gemacht, so droht unserer Gesellschaft - auch ohne Flüchtlinge - der Kollaps.
Was ich übrigens in diesem Zusammenhang vermisse, ist, dass mal einer von den internationalen Großsprechern ein paar Takte dazu sagt, was denn wohl die vielbesungenen "westlichen Werte" sein sollen. Hier scheint mir die Angst vor dem Bekenntnis zu christlichen Werten aus Angst davor, andere Religionen abzuschrecken, zu einem inneren Hemmnis zu führen.
Also: Grundgesetz schön und gut, wichtiger scheint mir aber, die grundsätzliche ethische Basis für die in Deutschland/Westeuropa heute bereits existierenden Gesellschaften ehrlich und schonungslos zu definieren und dann auch in entsprechende Regeln umzusetzen.
Übrigens: ich habe mit Kirchen ncihts am Hut, halte aber die (angeblich) von Jesus Christus gestiftete und vor allem von Saul Paulus weiterverbreitete Lehre als Basis des Zusammenlebens für sehr brauchbar.