Wow! Danke für die grundlegenden Einblicke
Ich hatte vorhin auch den ZEIT-Artikel gelesen und fand ihn - rein gefühlsmäßig - sehr oberflächlich.
Nach dem Lesen Deiner Zeilen aber ist mir etwas aufgefallen, das - wie Du ja schon schreibst - nicht nur auf die Deutsche Bank zutrifft, sondern auch auf viele andere Unternehmen (und nicht nur die).
Es ist ein Komplex aus Geschehnissen und Entscheidungen, nicht
einfach nur eitle Vorstände, wie es sie schon immer gab und geben
wird.
... Der hebelt zudem das mittlere Management aus und damit den
Zusammenhalt. Weil das Alte ja ach so angestaubt ist. Brandschutzmauern
wurden auch umgangen. Anstatt zu erkennen, was der Grund für die
Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ist.
Das Wesen und der Geist eines Unternehmens sind nicht (allein) die Zahlen und Shareholder Values, sondern die Menschen/Personen/Persönlichkeiten, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, das Unternehmen "leben" und diesen Geist auch dem Kunden/Geschäftspartner/Investor rüberbringen.
Im kleinen Unternehmen sind es oft Einzelpersonen, die das "Gesicht" des Unternehmens abbilden (meistens Inhaber, oft aber auch der Prokurist, Abteilungsleiter etc.).
Im Konzern sind es noch viel mehr die Menschen an der (jeweiligen) Front, die dem Gegenüber das (hoffentlich gerechtfertigte) Vertrauen in das Unternehmen vermitteln. Da es sich dabei um wahre "Massen" von Personen geht, ist eine starke und stringente mittlere Führungsebene unumgänglich - unabhängig davon, wer denn jetzt gerade mal zufällig Vorstand ist.
Und genau das ist es, was Unternehmen - und vielleicht auch weiten Teilen der Gesellschaft insgesamt - inzwischen fehlt: Die Identifikation mit dem Unternehmen (Staat), dem was es ausmacht und dem Bewusstsein der Verantwortung des Einzelnen für das Ganze.
Und jetzt weiß ich auch, was mir an dem ZEIT-Artikel so "platt" vorkam:
Diese ganzen "Alten Säcke" sind eben keine Job-Hopper, sondern sitzen auch hochbetagt noch immer den Räumen des Unternehmens, dem Sie ihr halbes Leben und mehr Zeit geschenkt/verkauft haben.
Und das gibt es heute praktisch nicht mehr.
Danke nochmal für Deine wertvollen Einblicke
Der Schlaubi