Jakob Augsteins lichte Momente
Hallo azur,
der Augstein dreht es sich so hin, wie er es versteht, aber wie er da
versucht den "Fachischmus" zu definieren, ist nicht nur dämlich, sondern
auch völlig an der linken Definition vorbei.
Augsteins Verständnis vom Faschismus als einer populistischen Gegenreaktion der Erniedrigten, Beleidigten und Ausgebeuteten, die sich den demokratischen Elitismus nicht mehr länger gefallen lassen wollen, halte ich sogar für ausgezeichnet, fast schon genial.
Damit liegt Augstein auf einer Linie mit Louis-Ferdinand Céline, Lucien Rebatet, Francis Delaisi, Alain Soral und Guido Giacomo Preparata.
Den Faschismus definiert er als "Diktatur des Kleinbürgertums", und genau
so geht Augstein ran. Es wären nur die unzufriedenen Klein- bzw.
Niedrigverdiener, die da aufbegehren würden - und die er am liebste wohl
doppelt unterdrückt sehen will - nicht nur unter Druck durch prekäre
Verhältnisse, ArmutTrotzArbeit usw., sondern auch mittels staatlicher
Repression.
Finde ich hervorragend, was Augstein schreibt.
Möglicherweise wurden und werden Faschismus und Monarchie sowie ihre jeweils gemäßigten Varianten von den Demokraten deshalb so hingebungsvoll gehaßt und mit Dreck beworfen, weil es den einfachen Menschen vergleichsweise gut ging, es sich also um Gesellschaftsformen handelt(e), die zum demokratischen Elitismus quer stehen?
Wo genau Demokratiebonzen und deren Söhnchen der Schuh drückt, könnte man bei Louis Férdinand Céline lesen, in einer Ausdrucksweise, bei der heutzutage viele empfindsame Seelen zum Riechfläschchen greifen:
*Wer ist der wahre Feind des Kapitalismus? Das ist der Faschismus. Der Kommunismus ist ein jüdischer Dreh, die Völker noch mehr zu versklaven. Wer ist der wahre Freund des Volkes? Der Faschismus. Wer hat mehr für den Arbeiter getan, die UdSSR oder Hitler? Es ist Hitler! Man muß nur hinschauen, ohne rote Scheiße auf den Augen zu haben. Wer hat mehr für das Kleingewerbe getan? Nicht Thorez sondern Hitler?*, (Ecole des cadavres, 1938).
Monterone