Genau genommen hast Du da Recht, aber
Nein, das machen allein Richter. Also verbindlich.
Der Unterschied ist halt, dass die Richter es verbindlich machen. Oft gehen ja beide Anwaelte, nach ihrer Interpretation, von einem Sieg vor Gericht aus.
Gib mir die Fakten, ich gebe dir das Recht.
Naja, vor Gericht bekommt man kein Recht, vor Gericht bekommt man ein Urteil.
Nein, das ist keinerlei deutsche Besonderheit, sondern klar eine Frage der
Logik. Wer trägt vor und wer entscheidet.
Das habe ich auch nie behauptet und darum geht es auch nicht. Allerdings liegt die Besonderheit bei Deutschland darin, dass Deutschland, im Gegensatz zu anderen Laendern in den letzten 100 Jahren das Staatssystem mehrfach gewechselt hat (DR, 3. Reich, DDR, BRD).
Achwas, die meisten Anwälte sind in dem was sie tun völlig frei in der
Sache. Die brisanten Sachen sind doch nur im Promille-Bereich.
Ich behaupte, Rechtsanwaelte tun sich ueberraschend leicht mit solchen Aenderungen. Ich hatte im Leben genug mit Rechtsanwaelten zu tun (nicht vor Gericht), dass mir aufgefallen ist, dass bei diesen Leuten Wertvorstellungen oft geringer ausgepraegt erscheinen. Tatsaechlich, ist es, auch hier wieder INSBESONDERE im Deutschen Recht, nicht Aufgabe des Anwaltes, ein Recht auf ethische Fragen zu pruefen, sondern es fuer den Klienten auszulegen. Der Unterschied zum US Common Law ist der, dass dort die Idee von "Gerechtigkeit" deutlich mehr ausgepraegt ist.
Wenn im Gesetz stehen wuerde, Frauen sind bei Ehebruch zu steinigen, wuerde ein Rechtsanwalt zu dem Schluss kommen, dass eine Frau bei einem Ehebruch zu Recht gesteinigt wird.
Gegenbeispiel: Udo Vetter, der oft viel fundamentalere Fragen zur Rechtssprechung stellt. Aber einen Udo Vetter wirst Du unter der deutschen Juristenland mit der Lupe suchen muessen.
Kenne naturgemäß viele Anwälte. Da gibt es solche und solche, und
nirgends geht es ohne Fehler ab
Es geht nicht um Fehler. Es geht um die auffallende Neigung, jede ethische Frage als juristische Frage zu sehen.
Der Hass von Piter ist schon von daher völlig unangebracht.
Das weiss ich nicht. Allerdings sind viele der kluegsten Leute, die ich getroffen habe, Juristen.
Anwälte haben weder Gesetze geschaffen (außer jenen die im BT sitzen),
noch wenden diese welche an.
Das habe ich falsch ausgedrueckt. Letztendlich ging es mir auch pauschaler um Juristen als um Anwaelte.
Anwaltliche Arbeit ist professionelle Rechtsberatung und Vertretung.
Wozu logischerweise die Auslegung und Interpretation von Gesetzen zahelt. Ich habe selbst erst vor Kurzem einige (fremdsprachige) Gesetze gelesen und einen Juristin anschliessend gefragt, ob meine "Auslegung/Interpretation" richtig sei. Diese meinte "Ja". Nur leider gibt es bei 10 Rechtsanwaelten 10 Meinungen. Jura ist nicht Mathematik.
Und noch mal zu Piter: Bei Nietzsche ist jede Frage eine Wertfrage. Bei den Juristen ist es umgekehrt. Bei denen gibt es keine Werte, nur Gesetze.
(Zahlreiche Rechtschreibfehler korrigiert)