Leider liegst auch Du nicht richtig

azur, Donnerstag, 22.10.2015, 13:17 (vor 3752 Tagen) @ Dragonfly4206 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 22.10.2015, 13:23

Hallo DF,

das stimmt so nicht:


Anwaelte legen Recht aus.

Nein, das machen allein Richter. Also verbindlich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Auslegung_(Recht)

Das spielt auch noch in Diskussionen in der Rechtwissenschaft eine Rolle, wo Professoren in Lehrbüchern, Kommentaren und Fachartikel ihre Ansichten darlgen und helfen Kriterien zu finden und zu diskutieren (spielt in der Praxis aber kaum eine Rolle, dort hält man sich ganz überwiegend an Urteile bzw. Entscheidungen, wie diese genannt werden, denn es gibt ja auch Beschlüsse usw.). Natürlich studieren alle Juristen die Rechtsauslegung gründlich, aber allein den Richtern ist es vorbehalten auszulegen.

Der Anwalt berät und fasst Schriftsätze ab. Darin sind auch Rechtsansichten und §§, also Rechtsgrundlagen dargelegt, wobei es da gilt, vorsichtig zu sein, denn der Anwalt kann nuir anregen. Entscheiden kann er nicht.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, ist es auch nicht die Rechtsanwendung, was hauptsächlicher Streitgegenstand ist, sondern Tatsachen. Was hat sich zugetragen und welcher Beweis ist verwertbar.

Es gilt der Grundsatz, der alles zu Deiner leider falschen These sagt - der Richter sagt:

Gib mir die Fakten, ich gebe dir das Recht.

Das war schon in der Antike so: https://de.wikipedia.org/wiki/Da_mihi_factum,_dabo_tibi_ius

Und das ist auch nicht nur in Deutschland so:

Das hat nur wenig mit Ethik und Philosophie zu
tun. Es ging im Kaiserreich, im 3. Reich, in der BRD, DDR, und BRD/DDR
Nachfolgegebilde immer um Auslegung und Anwendung von Recht. Genau deshalb
fiel es einem 3. Reich Anwalt auch nicht schwer in der BRD zu arbeiten oder
einem DDR Anwalt in der BRD (Gysi).

Nein, das ist keinerlei deutsche Besonderheit, sondern klar eine Frage der Logik. Wer trägt vor und wer entscheidet.

Auch das ist also bei der Sache 'witzlos':


Auch in einem eventuellen Nachfolgestaat unseres jetzigen Staates,
immerhin der angeblich "freieste Staat, den es jemals auf deutschem Boden
gab", werden fast alle Anwaelte diesen Schritt ohne Probleme gehen.
Natuerlich gab, gibt und gaebe es immer Ausnahmen. Z.b. Udo Vetter. Sein
Blod (lawblog.de) ist sehr lesenswert.

Achwas, die meisten Anwälte sind in dem was sie tun völlig frei in der Sache. Die brisanten Sachen sind doch nur im Promille-Bereich.

Kenne naturgemäß viele Anwälte. Da gibt es solche und solche, und nirgends geht es ohne Fehler ab (was da, wie bei Ingenieuren und Ärzten eben drastische Folgen haben kann). Die Masse aber hilft durch ihr Fachwissen.

Der Hass von Piter ist schon von daher völlig unangebracht. Anwälte haben weder Gesetze geschaffen (außer jenen die im BT sitzen), noch wenden diese welche an. Das bekommen nur viele nicht klar.

Anwaltliche Arbeit ist professionelle Rechtsberatung und Vertretung.

Viele freundliche Grüße

azur

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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