Ja, jaaa, ich bin mit einem (meiner Meinung nach weltbesten) Eisenbahnberater befreundet ...

CrisisMaven ⌂, Samstag, 17.10.2015, 13:19 (vor 3755 Tagen) @ Rybezahl3821 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 17.10.2015, 13:43

... der war z.B. ein paar mal vor dem britischen Parlament als sachverstaendiger Zeuge in Sachen Eurotunnel geladen. Wegen meiner Befassung mit Fragen der Massenmobilitaet hatten wir einen ganz guten Draht zueinander.

Nur ein Beispiel. Hat ein Zug Verspätung, muss operativ an entsprechender Stelle entschieden werden, ob ein Anschlusszug wartet. Wie sich jeder leicht denken kann, muss dabei berücksichtigt werden, wie viele Anschschlusszüge dadurch gefährdet werden (Domino-Effekt), wie viele Personen in den Zügen sitzen, wie viele diesen einen Anschluss überhaupt benötigen und so weiter.

Und der hat fuer die zusammenhaengende Landmasse Grossbritanniens in minutioeser Kleinarbeit eine Idee aktualisiert, deren erster Versuch sogar schon aus den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts stammt.

Man kann sie heute sogar mathematisch (graphentheoretisch) beweisen.

Und diese besagt, dass (wegen der laenglichen Form von GB rautenfoermig angeordnete, in Deutschland nach der Wiedervereinigung eher annaehernd quadratische) Bahnlinien NUR in zwei Orientierungen verlaufen (sollten), die sich kreuzen (aber durch Tunnel bzw. Bruecken beruehrungslos und stoerungsfrei gefuehrt werden), z.B. von Ost nach West und zurueck und von Nord nach Sued (der genaue Verlauf bestimmt sich natuerlich nach vorhandener Besiedlung und geographischen Gegebenheiten!).

Nun fahren in JEDE Richtung Zuege mit gleichmaessiger (Durchschnitts-) Geschwindigkeit. Somit gibt es fuer JEDE Destination, fuer JEDEN Ort im Lande eine Zugverbindung mit nur EINMAL umsteigen. Jedes Kind kann den Fahrplan verstehen. Man muss (bei angenommenem Stundentakt) statistisch nur eine halbe Stunde warten, muss NIE eine Fahrt buchen oder planen und entweder gar nicht umsteigen (weil der Zielbahnhof auf der Strecke des Abfahrtsbahnhofs liegt) oder genau EINMAL umsteigen. Man kann aber, zum selben Preis, wenn es einem landschaftlich besser gefaellt und man die Wartezeiten verschmerzen kann, auch "zickzack" fahren.

Und ja, die einzelne Reise kann in Ausnahmefaellen fahrplanmaessig laenger dauern als heute - aber NUR, wenn man die beim jetzigen System ("Domino-Effekt", s.o.) regelmaessig auftretenden Zugverspaetungen und deren "knock-on-effects" unberuecksichtigt laesst (Motto "Wir schaffen das").

In allen anderen, gemessenen, d.h. realen, Szenarien kommen, von Betriebsstoerungen technischer Natur abgesehen, ALLE Fahrgaeste verlaesslich schneller ans Ziel als mit JEDER ANDEREN Planung.

Wie gesagt, das laesst sich fuer jedes Land bzw. im Verbund, fuer einen Kontinent, mathematisch beweisen.

Es will nur niemand wissen.

Der gute Mann ist uebrigens ... arbeitslos.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.