Preis
Dieses Denken hat aber wie alles seinen Preis....
Ein guter Satz. Das trifft es ziemlich gut, was ich denke, mit der Abwandlung: "Jedes Denken hat seinen Preis". Die Frage ist, bin ich bereit dafür die Verantwortung zu übernehmen. Und ich glaube, falls ich Dich richtig verstanden habe, sind unsere Auffassungen ziemlich ähnlich.
Du meinst es gehe um uns selbst. D. Precht hat dazu in einem Buchtitel ironisch angemerkt: "Wer bin ich und wenn ja, wie viele". Ich glaube, Du überschätzt die Macht des Egos gewaltig. Wie Freud bemerkt hat, sind wir nicht Herr im eigenen Haus.
Womit wir wieder beim zu zahlenden Preis sind. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind nicht sie selber. Sie zahlen also einen Preis für Dinge, die sie nicht bestellt haben. Viele sind, auch wenn es esoterisch klingt von Dämonen, Dawkins würde sagen Meme, besessen und das tragische daran ist, sie bemerken es nicht einmal, wenn einer sie reitet. Es gibt Dinge in uns selber, die sind größer als wir. Sich nur ein bisschen Autonomie gegenüber diese Dämonen zu erarbeiten ist ein hartes Stück Arbeit. Um das zu verdeutlichen, z.B. meine Nikotinsucht. Ich bin nunmehr seit 8 Jahren rauchfrei. Von Zeit zu Zeit taucht sie auf und will eine Zigarette. Ich erkenne das, lächle sie freundlich an und sage mir: "Ah! Du schon wieder". Ich habe diesem Dämon das Gesicht einer lieben Freundin gegeben, die vor 8 Jahren an Lungenkrebs gestorben ist. Ich habe also ein sehr komplexes Verhältnis zu meiner Sucht. Und nie würde es mir einfallen ihr zu sagen, ich kontrolliere sie. Aber umgekehrt lasse ich auch nicht mehr zu, dass sie mich kontrolliert; also Waffenstillstand.
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Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?