Macht

Shindo, Donnerstag, 24.09.2015, 14:57 (vor 3775 Tagen) @ Heinz5008 Views

Hallo Heinz,

die Frage mit dem "verstanden", war meinerseits rhetorischer Natur. Niemals würde ich Dich als Nazi titulieren. Auch sonst, wirst Du von mir dies nicht so hören. Darum geht es mir gar nicht. Wir alle sind doch selbstverständlich geprägt durch unser Leben. Du beschreibst es für Deines ja auch klar verständlich und gut. Gewalt, wird jedoch immer nur wieder Gewalt gebieren. Aus diesem Grund bin ich der Überzeugung, dass wir diese Krise nur über einen Sprung im Geist überwinden werden. Egal wie lange dies noch dauert. Es wäre im Übrigen auch der komplett richtige Zeitpunkt, dass diese Forum seinen Sinn und Zweck, in eine finale Erfüllung gebracht hätte[[top]]. Denk darüber bitte einmal kurz nach. Das klingt ganz konkret nach vollkommener Utopie, ich vermute ich höre Dich schon mächtig. Mag sein Heinz. Ist mir allgemein auch hinlänglich bekannt. Mir ist das egal. Es geht ja primäer nicht um Dich und mich, es geht nur um einen selbst. Was man zuerst in sich sieht. Und damit in Folge auch ums Ganze. Wie man sein Leben mit sich selbst gestaltet. Dabei stehen wir alle doch noch immer in den Kinderschuhen, mit all unseren diversen "Spielsachen", bis ins hohe Alter[[top]]schön gepflegt. Ego, du mein Ego. Zum Teil ist dies wirklich ganz spaßig und grotesk in der Selbstreflexion.

Die sachliche Diskussion, wäre aber trotzdem immer machbar. Oft wird sie verlassen. Vermutlich aus Angst, vor Verlust in Sache, in Materie. Verständlich. Klar. Wir sind hier doch alle ziemlich einfach gestrickt. Vielleicht aber braucht es auch diese Härte, noch ein paar Runden lang. Vielleicht wieder und wieder Gewalt und Gegengewalt. Bis wir dies halt endlich mal gelernt haben. Zeit spielt hier nur für das Individuum eine gewisse Rolle. Empirisch betrachtet, hast Du den Menschen, als eine fortlaufende Gewaltspirale in Erfassung. Nur über das "warum" ist man sich nicht immer einig. Für die Ratio ist das klar. Wir sind halt so. Punkt, Klappe zu. Mit der Wissenschaft zementiert und betoniert. Vielleicht sollte man sich mal fragen, warum er sich immer wieder dazu verleiten lässt. Dieser Mensch. Die immer wiederkehrenden Generäle, mit all ihren Ferngläsern, sie stehen immer nur auf ihren Hügeln. Abseits des Geschehens. Wir, die Bauern - weil wir uns selbst dazu machen - wir bedienen ihre Macht, für ihre Macht. Dies mit fast jeder Form exzessiver Gewalt, welche wir ausüben. Es füttert immer ihr System. Es lebt einzig nur davon. Somit machen wir ihr System zu unserem System. Aber wir bezahlen dafür den ganzen Preis. Wenn das nicht verrückt sein soll.

Ich sehe aber nicht ein, warum ich zugunsten der
politischen, ökonomischen oder ideologischen Macht auf den Einsatz von
organisierter Gewalt verzichten soll. Spieltheoretisch sehe ich es erwiesen
an, dass die Tit for Tat Strategie die erfolgreichste ist.

Bis zur nächsten Machtkonzentration, mit denselben Folgen. Und wieder, empirisch wird uns bis dato klar bewiesen, dass eben dem so ist. Vielleicht ist dies die unabwendbare Natur in uns[[top]] vielleicht auch nicht. Evolution ist auch Sprung. Da dieser relativ gesehen selten ist, können wir es für uns nicht glauben. Unsere Erfahrung, in der bekannten Vergangenheit, unterstützt uns darin leider immer wieder, in dieser Normalverteilung. Das heisst aber nicht, dass dies für die Ewigkeit gelten wird. Es gibt heute schon die Ränder. Aber wir bemerken sie noch viel zu wenig.

Spezialfällen abgesehen. Also das biblische Prinzip: "Auge um Auge. Zahn
um Zahn". Oder um H.Heine zu zitieren: „Friedliche Gesinnung. Wünsche:
bescheidene Hütte, Strohdach, aber gutes Bett, gutes Essen, Milch und
Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Türe einige schöne
Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, läßt er
mir die Freude erleben, daß an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner
Feinde aufgehängt werden - Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem
Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt - ja, man muß
seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt
worden.“

Dieses Denken hat aber wie alles seinen Preis. Siehe oben. Ich unterscheid dabei nicht in gut oder schlecht.

Die einzige Frage, die ich entscheiden würde, sind die
Islamisten meine Feinde.

Ich korrigiere um ein vermutetes Fragezeichen in Deinem Satz. Oberflächlich könnte ein Prozentsatz X Dein Feind sein. Jedoch der wahre Feind sitzt in einem selbst - immer. Da ist eine Stimme...

https://www.youtube.com/watch?v=xCXG78-l-dg

In der Annahme, dass die jungen Männer vor den
Islamisten fliehen - zumindest wird das in unseren Medien so dargestellt -
muss ich als Syrer annehmen, dass sie es sind. Und ich würde nicht
fliehen, sondern sie töten oder getötet werden, ihre Häuser zerstören
und Frauen und Kinder erschlagen. Das bedeutet nun Krieg mal. Wer etwas
anderes glaubt, der leidet meiner Ansicht nach unter kognitiven
Dissonanzen.

Nach meiner Auffassung leiden wir alle, jeder von uns, unter einer gewissen Form kognitiver Dissonanz. So belesen wir auch immer erscheinen wollen. Wir lernen noch. Das hört nicht auf. Vielleicht sollten wir dies als ersten Schritt überhaupt, endlich einmal akzeptieren und verstehen. Dauert nur verdammt lange, gebe ich ja zu und verdammt nochmal, könnte dies doch endlich mal vorüber sein[[top]]. Wir sind halt wohl noch nicht so weit. Offensichtlich. Und ganz frei heraus Hans, es ist nicht so, dass ich keine Waffe bedienen könnte. Wird sie uns aber wirklich weiter bringen..? Dich wohl schon irgendwie und dann? Wir zwei betrachten hier im Grunde aktuell nur zwei verschiedene Ebenen. Das ist alles.

Die geschichtliche Erfahrung zeigt, je länger ein Krieg
dauert, desto totaler wird er. Und bevor Du mich Nazi nennst: meine Art der
Kriegsführung wäre nicht die der Nazi, die ist mir nämlich zu sehr
ideologisch verseucht, sondern die der Mongolen.

Wie gesagt, ich bezeichne niemanden als Nazi. Hier gehe ich konform. Dies sind zumeist nur hole Phrasen. Mitunter Totschlagargumente. Besetzt, um sie im System dann einzusetzen, wenn es sie mal braucht. Standard in unserer Gesellschaft. Sie erfassen aber nicht das notwendige Ganze. Keine dieser Phrasen. Nochmals Dank für Deine Ausführung zurück.

Viel "vielleicht" - klar. Das schreibe ich nicht umsonst genau so nieder.

Gruß S.

--
Thrive - https://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg


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