Montis kleine Demokratiekunde. Heute geht's um Voltaire.
![[image]](http://www.egaliteetreconciliation.fr/local/cache-vignettes/L640xH808/confMarion_Sigaut2-06914.jpg)
Im Schweizerischen Neuchâtel wurde auf den letzten Drücker ein Saal gekündigt, in dem die Historikerin Marion Sigaut über *Voltaire als Betrug im Dienste der Macht* reden wollte. Darüber hat sie sogar ein Buch geschrieben, (s. Bild oben).
Begründet wurde die Maßnahme damit, daß Sigaut Alain Sorals Bewegung *Egalité et Reconciliation* nahesteht, die sich vorgenommen hat, das Links-Rechts-Schema zugunsten einer Politik der nationalen Versöhnung und im Interesse des Volkes zu anzuregen.
http://www.egaliteetreconciliation.fr/L-historienne-Marion-Sigaut-censuree-a-Neuchatel-...
Was sagt uns das wieder?
1. Demokratie ist das Papier nicht wert, auf dem ihre Prinzipien geschrieben stehen.
2. Mittlerweile gilt der Meinungsterror auch beim Thema Voltaire, nicht nur, wenn es um die gewissen Details der Geschichte geht.
3. Die auf den ersten Blick völlig überzogene Reaktion der Schweizer bestätigt, was ich dauernd sage: man kann dieses Verbrechersystem auch mit Rückgriff auf das 18. Jahrhundert aus den Angeln heben; sogar besonders elegant und gründlich.
4. Es herrschen wieder Zustände, die an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte erinnern, wobei ich noch nicht einmal weiß, ob bei den Nazis diese Form der politischen Sippenhaft üblich war? Sorals E&R ist nicht verboten, Sigauts Buch über Voltaire noch weniger und außerdem hat sie sich noch nie etwas zuschulden kommen lassen, was mit dem französischen 130er zu tun gehabt hätte.
Monterone