Die Stimmung kenne ich von Ende Januar 1933 ...

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 06.09.2015, 14:35 (vor 3792 Tagen) @ Positiv5598 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.09.2015, 14:38

Diese euphorische Stimmung macht mir Angst. Natürlich ist es ein erhebendes Gefühl, wenn man mitten drin steht,

... nein, ich war damals noch nicht dabei [[zwinker]], aber ich kenne einen, der hat mir mir zusammen studieren angefangen - nur war er da schon ca. 65 Jahre. Mittlerweile hat er die dritte Promotion hinter sich (falls er heute noch lebt, ist ein paar Jahre her, das letzte Treffen). Die letzten beiden Promotionen waren weniger naturwissenschaftlich, sondern Politologie und/oder Geschichte.

Im Seminar erzaehlte ein junger Dozent (vermutlich unter vierzig Jahre alt) die Geschichte der "Machtuebernahme", bis dem alten Herrn irgendwann wohl der Geduldsfaden riss und er in seiner Stentorstimme sagte: "Junger Mann, Sie koennen mir viel erzaehlen - ich war dabei!".

Das Dabeisein sah so aus: beim abendlichen SA-Fackelzug mussten alle Studenten dabeistehen und "Heil Hitler" rufen, weil es sonst Stress gegeben haette. Viele taten auch aus echter Begeisterung oder weil es vermutlich "... ein erhebendes Gefühl ..." war, mit.

Die, die opponierten, trauten sich auch nicht recht, sondern nach Angaben des alten Herrn war die Taktik der "inneren Emigration" (zu der er zaehlte nach seinen Worten), den Arm zum Hitler-Gruss zu heben und stattdessen "Drei Liter, drei Liter!" zu bruellen.

aber ich sehe leider auch, was passieren kann, wenn das in Enttäuschung und Wut umkippt.

Das sehe ich leider noch nicht, denn es hat dann zwoelf lange Jahre gedauert mit dem Erwachen.

Die Verfolgung Andersdenkender setzt bereits ein. Warum sollte sie diesmal weniger umfassend sein ("Hate speech"-Richtlinie der Europaeischen Union u.a.)?

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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