Zwei Standbeine

modesto, Montag, 17.08.2015, 10:12 (vor 3811 Tagen) @ Efímera6054 Views

Guten Morgen Efimera,

es sind verschiedene Gründe, die mich zur Haussuche in D. bewegen.
Zum einen bin ich gesundheitlich eingeschränkt und öfter in Deutschland in Behandlung, teils auch für längere Zeit, die ich (wir) dann nicht gern in einer Ferienwohnung verbringen.

Zum anderen ist unser Küken nicht mit uns nach Italien gekommen und gerade das Mutterherz meiner Guten leidet darunter doch mehr als sie zugibt.
Also verbringt auch sie immer mal Zeit am Stück beim Nachwuchs.

Außerdem habe ich mir hier zwar ein Paradies in Italien geschaffen, welches mir aber doch im vorgerückten Alter einfach zu groß ist, wir sind ja nur 2 alte Leutchen.
Die meisten machen es dann hier so, dass sie ihren Urlaub genießen und ansonsten vermieten lassen und richtig gut abkassieren.

Schon ein Wohnwagen auf einem überfüllten Campingplatz kostet die Woche im Sommer 600 Euro, unser Haus mit den beiden Mobilheimen würde mehrere Tausend in der Woche einbringen, wären wir nur bereit, es auch Fremden zu überlassen.
Für die Vermietung und Pflege des Grundstücks haben wir auch ein wirklich cooles, deutsches Handwerkerpaar, dem man 100% vertrauen kann.

Doch das bringen wir nicht übers Herz, da sind wir sehr eigen, was andere in unserem Haus betrifft, auch wenn es eine lohnende Form der Investition wäre, zumal uns keine Bank im Nacken sitzt.

Also ist unser Anwesen auf dem Markt, danach soll eine kleine Behausung in Italien und eine kleine in Deutschland dafür sorgen, dass wir je einen Fuß in der Heimat meiner Herzdame beim Küken und einen in meiner Heimat haben.
Gerade, um dem deutschen Winter zu entfliehen, der, wie @Hasso richtig schreibt, nix für die alten Knochen ist.

So ist der Plan. Nicht einfach umzusetzen, aber wir haben Zeit.
Denn jede Investition in Deutschland kann heute bedeuten, ein schönes Fleckchen gefunden zu haben, und morgen ist es vorbeim weil man in der Nachbarschaft "kulturell bereichert" wird.

In unserer Gegend in Süditalien, wo wir dann mit einem verkleinerten Haus auch ansässig bleiben würden, können wir sicher sein, dass es nicht zur Asylantenschwemme kommt. Denn dort ist außer wundervoller Natur und sauberem Meer nichts. Nur für die Saison erwacht die Gegend und boomt wiee irre.

Wir liegen auch ganz weit weg der Route, die Eindringlinge von Lampedusa aus nehmen und haben keine Städte, in denen man untertauchen kann.
Es gibt keine Sozialleistungen, nichts zu klauen und jeder andersfarbige fällt so sehr auf, dass er quasi rund um die Uhr unter Beobachtung steht.

Keine Gegend, in der sich auch nur einer frewillig niederlässt von denen, außer den üblichen vorm Supermarkt, die einem den Einkaufswagen zurückbringen wollen - um den Euro abzugreifen.
Die sind auf der Durchreise..

So, das erklärt sicher mein seltsam anmutendes Anliegen, in Deutschland zu suchen, obwohl ich bereits meine Fluchtburg in Perfektion habe ;)

Einen guten Start in die Woche wünscht

modesto


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