Du warst nicht in der Lage, Dottore richtig zu interpretieren - Ich helfe dir...

Junger Criticus, Dienstag, 28.07.2015, 17:10 (vor 3830 Tagen) @ Zarathustra2615 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.07.2015, 17:38


Edit 2:
Dottore behauptete, dass
1. Der Preis von Gummi 1932 niedriger war als die
Produktionskosten, weil


Nein, behauptete er nicht.

Direkt tat er es ja nicht, da er sich die Konsequenz/Schlussfolgerung/"Moral seiner Geschichte" sparte und dem Leser die Interpretation übertrug.

Zu seiner Verteidigung muss auch gesagt werden, dass er es im Zusammenhang in einem anderem Kontext sagte:

" dass niemand sich einbilden solle, dass etwas, das"billig" erscheint (MO-KGV etwas über sieben!) nicht noch erheblich billiger werden k a n n."

Hier ist er noch bei Aktienwerten, wo sich die Preise wesentlich mehr durch Spekulationen bilden, als durch harte Faktoren wie Produktionskosten einer Sache.
Hier gehe ich noch mit ihm mit.

"Würde der Preis für Rohgummi also unter die 1,14 $ fallen, würde

kein

Gummisucher mehr in den Dschungel gehen, sondern versuchen, eine
anderweitige Beschäftigung zu finden. So weit ziemlich logisch, nicht
wahr?"

Eine spekulative und falsche! Behauptung,


Genau. Es war ja auch nicht seine.

Von WEM ist auch nicht bekannt, also unterstelle ich ihm die Behauptung.

denn es sind nach wie vor Leute
zum Produzieren gegangen, sogar als der Preis unter die imaginäre
Verdienstgrenze der Baumritzer fiel.


So ist es. Hat er ja beschrieben.

Der Grund ist hier wichtig: weil die Produktionskosten (Löhne) gesunken sind.

Er konstruierte sich eine
Argumentationshilfe, die in der Realität niemals anzutreffen war und

nicht

existierte.


Bingo!

Hier nennt er Gründe für die Senkung der Produktionskosten. Gehe ich ebenfalls mit.


Was nach Abbildung 1 von mir widerlegt wurde: Die Produktionskosten 1932

=

Verkaufpreise 1932

Aufgrund dieser Annahme, behauptete Dottore sehr indirekt, dass die
Produktionskosten nicht maßgeblich sind, bei der Preisfindung eines
Rohstoffs.


Dottore behauptete ganz direkt, dass Preise auch unter die aktuellen
Produktionskosten fallen können, weil [link=In der DeDe fällt alles!
Löhne, Preise, Werte, Kurse - you name it...]"In der DeDe fällt alles!
Löhne, Preise, Werte, Kurse - you name it..."[/link]

Und genau das ist der Logikfehler vom Dottore (ehrlich gesagt DEINER, da er sich ja eine Schlussfolgerung seiner Geschichte sparte):

Nicht die Gummipreise sind unter die Produktionskosten gefallen, sondern die Produktionskosten sind aufgrund von ...you name it... gefallen (Quelle 1 und 2 von mir und Dottore), so dass die Unternehmen gezwungen waren, die Preise auf die unterste geschäftsoperative Grenze, nämlich die Produktionskosten, zu senken (Quelle Nr. 1 und 2), um am Markt noch verkaufen zu können. Die Preise waren gleich die Produktionskosten in diesen Jahren, NICHT DARUNTER:

[image]

Außerdem verlange ich für deine Behauptung, "dass Preise auch unter die aktuellen Produktionskosten fallen können" endlich einen Beweis, ob es so war.
Meine Daten sagen was anderes!

...You name it...-Faktoren sind generell immer an den Produktionskosten beteiligt und wirken auf diese, egal ob nach unten oder oben, deswegen verstehe ich nicht, wieso das als Argument verwendet wird, den es ist die Ursache davon.

...You name it-Faktoren = Produktionskosten Rohstoffbranche

Es ist wirtschaftlich unmöglich (Ausnahmen wie kurze Zeit ausgenommen) einen Betrieb mit Verlusten (wenn Produktionskosten höher als Verkaufspreis) zu führen.
Deswegen können für ein Wirtschaftsgut in der Rohstoffbranche, in einem "freien Markt" wohlgemerkt, über längere Zeit keine niedrigeren Preise als die Produktionskosten existieren.

Natürlich kann eine mächtige und spekulativ operierende Hand (die Anleger zb.) in diesen Markt eingreifen und kurzzeitig die Preise unter die Produktionskosten oder den tatsächlichen Wert einer Aktie bringen, wie Dottore meinte,
"... dass niemand sich einbilden solle, dass etwas, das"billig" erscheint (MO-KGV etwas über sieben!) nicht noch erheblich billiger werden k a n n."

Er redet aber nur von einem theoretischen KANN, welches in der Praxis meistens zeitlich sehr beschränkt ist.


Deswegen kann man, wie Piter sagte, die Produktionskosten eines Rohstoffs als untere Einstiegsgrenze für mittel- und langfristige Anleger sehen, auch wenn in Zukunft die Produktionskosten gesenkt werden, dann entsprechen die NEUEN Preise den NEUEN Produktionskosten, nicht den ALTEN Produktionskosten.
Deswegen muss man bei Rohstoffen neben der Nachfrage auch die Produktionskosten anvisieren und beurteilen, wie die Zukunft in diesen 2 Bereichen liegen wird.
Ein gutes Beispiel ist Öl, da es in letzter Zeit nahe an den durchschnittlichen Produktionskosten lag, obwohl massive Spekulationen stattfanden.

Sollte also, zb. die Nachfrage nach Platin schlagartig zurückgehen (Spekulationsblase platzt), so dass zb. sogar die Preise unter den Produktionskosten sein sollten, dann wird der Markt bereinigt und es stellt sich dann ein neues Produktionskosten/Preis-Gefüge her, welches nicht unter den Produktionskosten liegen wird... natürlich solange bis die Spekulationsblase wieder platzt.


Dottore wollte zum Ausdruck bringen, dass Aktienwerte auch noch viel billiger werden könnten, als sie es schon sind und machte diese deutlich mit einem Rohstoff, dem Gummi.
Für eine vollständige Schlussfolgerung seiner Geschichte, hätte er erwähnen sollen, dass die Preise nach diesem massivem Verfall (zeitlich begrenzt) wieder angezogen sind und nie wieder mehr in diese Preisregion gerutscht sind:

[image]
Quelle: Recent Developments in Natural Rubber Prices

Und die Moral der Geschichte?

Produktionskosten von Rohstoffen sind für mittel- und langfristige Anleger ein wichtiger Orientierungspunkt, auch wenn wir wissen, dass es mal kurzzeitig darunter gehen kann.
Auch weiß jetzt der Anleger, dass bei jeder Spekulation die Ausgangslage in der Zukunft einen massiven Einfluss auf den Preis haben wird (you name it-Faktoren, Nachfrage, Angebot,...).


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