Dottores Logikfehler und der resultierende Äpfel-Birnen-Vergleich + EDIT + EDIT 2

Junger Criticus, Dienstag, 28.07.2015, 13:32 (vor 3829 Tagen) @ Zarathustra2846 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.07.2015, 14:32

Dottore hierzu:

1931 (genaues Datum spielt jetzt keine Rolle) hiess es: Kautschuk könne
niemals"unter" 1,14 $ fallen (welche Menge weiss ich jetzt hier nicht mehr
genau), weil dies die absolute Preisuntergrenze sei. Warum? Weil die
Gummisucher zu diesem Preis mindestens bedient werden müssten, weil sie
damit gerade ihren Lebensunterhalt decken konnten (das berühmte Beispiel
des"Grenzkulis" also, das bereits bei Franz Oppenheimer, dem Lehrer Ludwig
Erhards, eine Rolle spielt).

Würde der Preis für Rohgummi also unter die 1,14 $ fallen, würde kein
Gummisucher mehr in den Dschungel gehen, sondern versuchen, eine
anderweitige Beschäftigung zu finden. So weit ziemlich logisch, nicht
wahr?

Und dann kam das Jahr 1932. Und der Preis für die besagte Menge stand
wo?

bei 0, 1 4 Dollar.

Hier hat Dottore einen Logikfehler in der Interpretation:

Dottore vergleicht hier die alten Produktionskosten von 1931 (1,14$) mit einer Situation in einer anderen Zeit (1932), wo die Produktionskosten wesentlich niedriger waren und kommt zum Schluss: Die Produktionskosten sind nicht maßgeblich bei der Preisbildung.

[image]

Quelle: Seite 105: World Rubber and its Regulation von Klaus Eugen Knorr

Die Kosten wurden von 1920 bis 1932 um über das 4x gesenkt, alleine zwischen 1928 und 1932 wurden die "All-In Costs" um 70 % gesenkt und dabei die Hälfte der Mitarbeiter entlassen.

[image]
Quelle: Seite 46: The World Rubber Industry von Colin Barlow,Sisira Jayasuriya,C Suan Tan

Kann natürlich passieren, dass die Produktion, aufgrund eines globalen Marktes, zeitweise unter den eigenen Produktionskosten stattfindet, dauerhaft kann ein Unternehmen aber nicht überleben und deswegen sind die Produktionskosten der Preisboden (nicht nur die eigenen, auch die fremden Produktionskosten beachten).
Natürlich können Spekulanten den Markt und seinen Preis eine kurze zeitlang manipulieren, also auch den Preis unter die Produktionskosten drücken, aber eine längere Zeit bleibt das ausgeschlossen, da am Markt dann eine Bereinigung stattfindet.

Der von Dottore geschilderte Fall ist deswegen wissenschaftlich gesehen ein Äpfel-Birnen-Vergleich: Die Produktionskosten von 1932! waren die Verkaufspreise von 1932!, auch wenn 1928/1931 die Produktionskosten höher waren als 1932! Siehe Abbildung 1

Solche unwissenschaftlichen Vergleichsmethoden, auch noch als verlinktes Basiswissen zu präsentieren und ungeprüft breit zu treten, beweist mir eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit und Naivität.


Grüße
Junger Criticus


EDIT:
Natürlich werde ich einen substanzlosen Antwortbeitrag von dir solange nicht kommentieren, bis du Fakten oder verwertbare Informationen lieferst, damit man sich fachlich und sachlich unterhalten kann.
Dein apostolisches Glaubensbekenntnis gegenüber Dottore ist keine Basis für ein informatives Gespräch.
Trolle werde ich nicht füttern!

Edit 2:
Dottore behauptete, dass
1. Der Preis von Gummi 1932 niedriger war als die Produktionskosten, weil
"Würde der Preis für Rohgummi also unter die 1,14 $ fallen, würde kein Gummisucher mehr in den Dschungel gehen, sondern versuchen, eine anderweitige Beschäftigung zu finden. So weit ziemlich logisch, nicht wahr?"

Eine spekulative und falsche! Behauptung, denn es sind nach wie vor Leute zum Produzieren gegangen, sogar als der Preis unter die imaginäre Verdienstgrenze der Baumritzer fiel. Er konstruierte sich eine Argumentationshilfe, die in der Realität niemals anzutreffen war und nicht existierte.


Was nach Abbildung 1 von mir widerlegt wurde: Die Produktionskosten 1932 = Verkaufpreise 1932

Aufgrund dieser Annahme, behauptete Dottore sehr indirekt, dass die Produktionskosten nicht maßgeblich sind, bei der Preisfindung eines Rohstoffs.

Und genau das war falsch, denn

PRODUKTIONSKOSTEN GUMMI 1932 = VERKAUFSPREIS GUMMI 1932


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