Elektroauto wird überschätzt

Piter, Montag, 27.07.2015, 14:05 (vor 3832 Tagen) @ Dragonfly2909 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 27.07.2015, 14:10

Hi Dragonfly,

Platin ist in erster Linie ein Industriemetall. Es wird zu fast 100%
Recycled, zzg. kommt jaehrlich das minengefoerderte Platin in den
Kreislauf. Das an sich ist kein Problem, denn Platin hat viele
Anwendungsgebiete und der (massemaessige) Hauptanteil ist der wachsende
Autokatalyst Markt.

Soweit ich weiß, werden über 1 Mio. Unzen mehr verbraucht als hergestellt. Der Streik in Südafrika war da 2014 natürlich sehr bedeutend. Aber selbst ohne Streik können die Südafrikaner zu diesen Preisen bald zumachen. Darum nehme ich an, dass es irgendwann einen Anstieg, wenigstens auf die neuen Produktionskosten (nach Restrukturierung), geben wird.

Rein überschlagsmäßig komme ich auf ein Ziel von 1.200 US$. Das wären rund 20 % mehr als jetzt.

Da ich einen schwächeren Aktienmarkt erwarte und man Platin auch gut mit zweifachem Hebel kaufen kann, finde ich diese Erwartung sehr interessant als Investment für die nächsten 2-4 Jahre.

Aber:
AutomarktWACHSTUM ist stark konjunkturabhaengig und
Du gehst nach wie vor weiterhin vom Explosionsmotor aus, kein
Elektroauto.

Diverse Studien, die ich zu gegebener Zeit mal verlinken werde, zeigen einen Anstieg des Platinverbrauchs bis 10 Mio. Unzen p.a. bis 2020.

Das mag zu optimistisch sein. Aber irgendwie sehe ich das Elektroauto noch nicht vor 2025-2030.

Bisher deckt das Elektroauto nur Zusatznachfrage in Metropolen ab. Es findet aber noch keine Verdrängung des Verbrennungsmotors statt. Dieser wird durch Abgasreduktion (Indien / China / Russland) noch viel mehr Platin benötigen. Darum sehe ich das unter dem Strich nicht so dramatisch.

Aber klar, ich kann mich täuschen.

Die beiden Einschraenkungen solltest Du schon mitteilen. Denn wenn es mal
1-2 Durchbrueche in der Autobatterie geben sollte und der Markt sich
wirklich zum Elektroauto dreht, ist ein Absturz des Platinmarktes ins
Bodenlose denkbar.

Ins Bodenlose sicher nicht. Die Produktionskosten sind der natürliche Boden und die liegen bei über 1.500 US$ pro Unze.

Außerdem würden im Falle eines weiteren Rückgangs wahrscheinlich andere Märkte entstehen.

Rohstoffe werden eigentlich immer gebraucht. Man sorgte sich schon oft davor, dass ein Rohstoff wertlos werden könnte. Immer wenn solche Sorgen auftraten, kam es in den Folgejahren zu ganz starken Erholungen.

Zum Beispiel könnte sich ja auch die Brennstoffzelle durchsetzen. Dann würde eher mehr, statt weniger Platin benötigt:

http://www.thenational.ae/business/markets/platinum-hopes-for-a-catalyst-as-electric-ca...

Alles in allem scheinen mir die Diskussionen aber eher nach 2020 interessant zu sein. In den nächsten 4-5 Jahren wird sich nicht viel ändern und eine zyklische Rezession erwarte ich eher für 2016/17.

Das verträgt sich gut mit meiner Prognose signifikant höherer Platinpreise bis 2018 und tiefes Preisniveau von jetzt bis Mitte 2016 durchaus.

Also ich fange diese Woche an zu kaufen. Jeden Monat dann ein Zukauf, sofern die Preise unter 1.100 stehen. Darüber würde ich anfangen Gewinne mitzunehmen.

Gruß


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