T. und V. haben eine Mega-Chance nicht erkannt

Odysseus, Donnerstag, 09.07.2015, 21:26 (vor 3846 Tagen) @ Gaby5779 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 27.05.2016, 16:58

Danke für den Link.

Ich denke auch, das es zum Chaos kommen muß. Sicherlich werden uns BLÖD und Co. Herz-zerreißende und tragische Schicksale, die es zweifellos geben wird, vorhalten und natürlich umgehend die schuldigen "Teufel" oder sonstigen Bösen aufzeigen.

Stoisch im Euro bleiben zu wollen, daß ist für mich der größte Fehler von T. und V.
Zwar war es taktisch richtig, zunächst dieses Ziel zu verfolgen.
Sie haben aber den Zeitpunkt für den Schwenk zum Austritt aus dem Euro verpasst.

Das Leid, was über das breite griechische Bevölkerung durch die Austerität gekommen ist, ist bereits GESCHEHEN. Die Toten durch krisenbedingte Selbstmorde sind TOT, Betriebe kaputt, Familien entzweit, Vermögen weg etc. etc., trotz Milliarden und Abermilliarden. Soll das alles umsonst gewesen sein?
Um weiter zu machen mit dem Irrsinn, den nun schon genügend Fachleute aufgezeigt haben.?
Denn nichts anderes wird passieren.

Ich teile da die Ansichten von Prof. Sinn:

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/griechenland-ist-laengst-bankrott-1.185...

Auch Thomas Meyer entwirft sein Szenario

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/thomas-mayer-interview-101.html

Wenn sich ein Land neu erfinden muß, dann muß das von Innen heraus geschehen.
Das breite Volk muß die Fehler der alten Strukturen erkennen lernen UND neue Konzepte ÜBERZEUGT mittragen. Das ist ein Generationenprojekt !
Jetzt ist das Volk eventuell aufnahmefähig dafür.
Diese ganze von außen aufge-/erpresste Gängelei im Hetzgalopp ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt gewesen.

T. müßte über sich hinaus wachsen und zum Volk Klartext sprechen. Klar machen, daß der Preis sich aus dem Kreislauf zu befreien hoch ist, lange dauert und sehr schmerzhaft ist. Er müsste überzeugt davon sein, daß der Weg AUS dem Euro der Richtige ist. Und genau das vermitteln. Eine historische Rede müßte her, die mitreißt, die junge Generation entzündet und die Ältere wachschüttelt. Er müßte aufs Ganze gehen und es müßte ihm völlig egal sein, was mit ihm politisch passiert. Motto: τώρα! Jetzt! (gesprochen: tora!)
Nur mit tiefster Überzeugung und der entsprechenden Vision gelänge dies. Beides hat er nicht. Bedauerlicherweise.
Deshalb hat er ( und auch V) diese Gelegenheit nicht erkannt und für mich kläglich versagt.

Denn ein Verlassen des Euro wäre, zumindest wenn man sich die Tricks der Eurozone in der Vergangenheit anchaut, möglich.
Hier ist die Tür, für beide Seiten nutzbar:

Man zweifelt die Rechtmäßigkeit des Beitritts GR zur Euro-Zone an.
Man gibt an, Opfer einer Fehlberatung geworden zu sein und man habe auf die Berater und die Statistiken vertraut.
Der Beitritt erfolgte unter falschen Voraussetzungn und ist rückwirkend ungültig. Demzufolge liegt auch kein nicht vorgesehener Austritt vor.
Würde es an Juristen mangeln, die das schlüssig herleiten?- Wenn man wollte, wohl kaum.

Zusätzlich könnte man die dann wohl unrechtmäßig vergebenen Kredite als Sonderfall behandeln und kreativ in Bad Banks verklappen oder gar als Risikoinvestment vermarkten.[[top]]

Man hätte in allen Aspekten einen Sonderfall, der selbstverständlich einmalig ist und für andere Länder nicht anwendbar ist.

Die zig Milliarden der griechischen Bevölkerung, die, auch dank ELA, unter Matratzen, in Schließfächern und im Ausland lagern, würden nach Einführung der Drachme mit ordentlichen Gewinnen zumindest zum Teil "auftauchen" und könnten dem Land über Investitionen auf die Beine helfen. Hier würde vermutlich erstmalig viel dort ankommen, wo es nützt.


Spekulativ: Lagert die Drachme, zumindest in der Grundausstattung nicht doch schon irgendwo? Hier ein Artikel von 2012:

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/profiteure-eines-euro-ausstiegs-hier-wuer...


Aber dann wäre ja Griechenland bald wieder halbwegs obenauf, vielleicht mit ungeahnter Dynamik, neuem Selbstbewußtsein UND unangenehm(?) frei in seinen Entscheidungen - wer will das (nicht) ?

Hier eine eher rhetorische Frage.[[zigarre]]

Oder gehen mir gerade zu arg die Pferde durch? [[freude]]

Dann bitte ich um Erläuterung, warum dem so wäre.


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