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Oder zumindest recht nahe dran. Leider habe ich davon ueberhaupt keine
Ahnung, bzw. niemals was mit zu tun gehabt. Erzaehle doch mal mehr.
Indem man den Mittelstand in Harakiri-Projekte lockt, die niemals
Gewinne
erwirtschaften (Übermechanisierung, Biogasanlagen,...).
Ist das so? Ich will mehr hoeren.
Servus,
zuerst einmal die Frage: Wie kommen Landwirte auf die Idee, sich eine Biogasanlage zuzulegen (man muss unterscheiden zwischen bäuerlichen Biogasanlagen und denen, die von einem Konsortium z.B. aus Energieversorgern finanziert wurde)?
Vielfach ist die Einschätzung so, dass tierische Produktion aufgrund der Marktsituation in D (geringes Preisniveau) aufgegeben werden soll und man sich ein neues Standbein zulegen möchte. Dazu hat man dann die Möglichkeit, eine nach dem EEG subventionierte Anlage mit Gülle/Mist und angebauten Pflanzen oder eine abfallvergärende Anlage zu betreiben. Inzwischen sind die Großen, wie Remondis, im Abfallmarkt angekommen und haben ihn unter sich aufgeteilt. Also nach EEG, subventierte Preise durch die Stromverbraucher.
Dann wendet man sich zur Beratung an Planungsbüros. Die wollen natürlich projektieren und dementsprechend sehen dann die Kalkulationen aus.
Geschätzt mindestens die Hälfte der BGAs in D hat niemals schwarze Zahlen geschrieben. In Dorsten gibt es mittlerweile 30 davon, das bedeutet, dass der Kampf um Ackerfläche geführt wird. Anders als vormals hat der Landwirt nun jede Monat ein paar tsd EUR Zahlungseingang auf dem Geschäftskonto und damit meint er, könnte er einkaufen gehen. Früher waren nur nach der Ernte die großen Summen da, wo man das ganze Jahr drauf hingearbeitet hat. Kalkulieren haben Landwirte nie gelernt, da es sehr schwierig ist (durch das Gemenge an Tätigkeiten) eine Vollkostenrechnung für den eigenen Betrieb für 1 to Weizenertrag aufzustellen. Man arbeitet einfach dem Gefühl nach möglichst günstig, was soll man sonst auch machen?
Diese Handlungsweise ist bei einer BGA natürlich fatal. Denn die Übermechanisierung rührt ja auch daher, dass Landwirte sich zu Maschinenkäufen leiten lassen, ohne zu prüfen, ob das Gerät die Kosten auch wieder einbringen kann.
Meines Erachtens sind viele Anlagenbetreiber mit Illusionen in eine Millioneninvestition gestartet, die dann durch den Markt geradegerückt wird.
Zum Beispiel ist aufgrund der regionalen Überschüsse an Gülle und Gärresten mittlerweile üblich einem Verbringer Geld zu zahlen, damit diese organischen Dünger weiter weg (sogar per Schiff) transportiert werden. Zum Beispiel dort, wo seit Jahrzehnten die tierische Produktion rückläufig ist und damit ein Netto-Nährstoffbedarf besteht.
Hoffe ich konnte damit die Frage soweit beantworten.
Grüße, D