Faktor Zeit

nemo, Sonntag, 21.06.2015, 09:01 (vor 3863 Tagen) @ Rybezahl3913 Views
bearbeitet von nemo, Sonntag, 21.06.2015, 09:21

Klingt schön, nur verstehen kann ich es nicht.

Jede Zustandsveränderung inkludiert das, was man Zeit nennt. Selbst wer
sich z.B. mittels technischer Apparaturen vom gemeinen Zeitstrom abkoppeln
zu vermag, schafft oder bereist einen neuen/anderen Zeitstrom (einen den
gemeinen Zeitstrom überlagernden zum Beispiel).

Dass wir immer nur im Jetzt leben ist für mich eigentlich gar keine so
überwältigende Erkenntnis.


Es ist auch nicht nur das Verstehen. Es ist viel mehr. Es ist eine neue Art zu Sein,
bei der sich die Zeit von einem äußeren Faktor in einen inneren Faktor verwandelt.

Es ist dazu notwendig, sich selbst zu sehen.

Das ist die Hürde. Das Problem ist, dass wir uns nicht sehen, wie wir sind.
Würden wir uns so sehen, wie wir wirklich sind, würden wir in den meisten Fällen
schreiend davon laufen. Anstatt uns selbst zu sehen, entwickeln wir lauter
Gewohnheiten und automatische Verhaltensmuster, die genau das verhindern.

Unbewusstheit ist das Verdrängen seiner selbst durch Ersatzlösungen. Zum Beispiel
die Suche im Außen nach Befriedigung unserer Wünsche, nach dem Glück, nach Erfolg usw.

Wenn es gelingt sich selbst zu sehen – am Anfang für Momente und später für
längere Zeiträume – dann ändert sich die Wahrnehmung, weil wir selbst
immer vollständiger darin enthalten sind.

Darin besteht die Schwierigkeit. Wir sind es gewohnt wahrzunehmen, ohne uns
selbst dabei in die Wahrnehmung mit einzubeziehen und wenn, dann nur bestimmte
Teile unserer selbst, die uns gefallen. Der Rest wird einfach ausgeblendet.

Das Ausgeblendete ist das Unbewusste. Wenn wir die ausgeblendeten Teile unserer
selbst wieder in die Wahrnehmung bringen können, wird daraus Bewusstheit.

Bewusstheit verwandelt Zeit in Wahrnehmung. Oder eben in das Jetzt.

Gruß
nemo


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