Wenig genug

Kurz_vor_Schluss, Freitag, 19.06.2015, 20:52 (vor 3865 Tagen) @ Morpheus4768 Views

Guten Abend Morpheus,


Das hatten wir doch hier schon unzählige Male diskutiert und beschrieben.
Du hast jetzt vielleicht angefangen, das mal technisch etwas konkreter zu
beleuchten, aber von der Sache her kannst du diese zukünftige Entwicklung
(natürlich abstrakt) in vielen alten Beiträgen hier finden.

Du hast natürlich recht - und die Beiträge von TassieDevil, dottore (den ich aber leider manchmal sprachlich nicht recht verstehe, ebenso wie Ashitaka), Dir und vielen, vielen anderen haben dies bis zum Kern, zum Urgrund (wenigstens auf dieser Ebene) durchdacht. Weswegen ich manchmal wünschte, ich hätte zwei Leben - eins als Leser, eins als Lebender, denn da ist immer noch viel zu entdecken hier.

Was mich nur erschreckt, Morpheus, ist, dass wir in einigen Jahren eine neue Qualität technischer Möglichkeiten erreichen werden. In unseren Kopf - in unsere Gedanken einzutreten - und das ganz real - das hat für mich einen neuen, gradezu alptraumhaften Klang. Das heißt für mich Huxley zu übertreffen.

Das Grundproblem ist folgendes:
Diktaturen sind nicht in der Lage, genug Ressourcen für eine solche
Überwachung und Drangsalierung seiner Bürger zu schaffen. Diktaturen
waren eigentlich immer eher rückständig.
Unsere "Demokratien" haben jedoch enorme technische und energetische
Ressourcen freilegen können. Wenn diese Staaten sich jetzt in Diktaturen
wandeln (müssen) und die einmal vorhandenen Möglichkeiten nutzen können,
wird es sehr sehr unangenehm werden für die betroffenen Bürger.

Ich vermute eine weiter stattfindende (faktisch haben wir sie ja schon) Erosion demokratischer Gepflogenheiten (die wahrscheinlich - s. Monterone - eh nur Tarnung waren) hin zu unverblümter, gleichwohl nie so benannter Diktatur. Die dann vergeht.
Naja - das sagt sich so leicht. Sind auch unsere Leben, unsere Existenzen, die dann davon betroffen sein werden. Ich hoffe nur, dass meine Eltern vorher von hier abberufen werden.

Die Alternative ist Anarchie und marodierende Banden. Ich weiß nicht, was
schlimmer ist. Zumal auch in den Diktaturen die Wirtschaft sterben wird und
die Versorgung mit Lebensmitteln zum Problem Nummer 1 werden wird.

Ich weiß - Du warst ja so ehrlich zu sagen, dass Du einen Weg ähnlich des sich in seine Höhle zurückgezogenen Bärs gehst - meine Hochachtung. Es ist zumindest konsequent.
Nunja - ein paar Jahre haben wir wohl noch. Nutzen wir sie also - jeder auf seine Weise.
Schönen Abendgruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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