Zeit und Bewusstheit
Wenn man Tolle kontempliert, kann man auch Jahre glücklich auf der
Parkbank sitzen. Aber man entkommt dadurch nicht der Illusion der Zeit. Die
Kredite laufen weiter und es läuft und es läuft und es läuft immer
schön weiter, während man glücklich auf der Parkbank sitzt.Würden alle auf den Tolle hören, wäre der Kapitalismus sofort tot. Ist
bestimmt ein interessantes Szenario für einen Roman.
Es wäre ein tolles Szenario für die Wirklichkeit.
In der vierten Dimension fallen die Zeit und das Jetzt zusammen und
ergeben eine neue Ebene – eine neue Wahrnehmungsqualität.
Das ist der notwendige Entwicklungsschritt: Von der dritten Dimension
in die Vierte zu gelangen.
Irgendwie scheinen das die Regenwäldler schon kapiert zu haben.
Es gibt für sie keinerlei Grund sich zu hetzen oder in Stress zu geraten.
Sie würden sich auch sehr wundern, wenn jemand käme und ihnen
sagen würde, wie sie etwas zu tun haben. Aus deren Sicht wäre das
vollkommen absurd.
Sie lächeln dann halt freundlich, was von den Missionaren fälschlicher-
weise als Einverständnis interpretiert wurde.
Die Missionare haben eben einen wichtigen Punkt nicht erkannt: Dass
es in Wirklichkeit immer nur darum geht, das zu tun, was einem selbst
als sinnvoll erscheint. Dann ist man in der Realität des Jetzt angekommen.
Umgekehrt, wird man nie dorthin gelangen, in dem man etwas tut,
was anderen als sinnvoll erscheint oder sich äußeren Zwängen beugt.
Wir sehen aber, dass unsere gesamte Zivilisation in äußeren Zwängen
gefangen ist. Man wird wohl vergeblich darauf warten, dass die Menschheit
sich von diesen Zwängen befreien kann. Außer durch Kriege und
Umstürze, die aber nichts bewirken, sondern nur notwendig werden, um
kurzfristig neue Grenzen zu schaffen.
Wenn sich jedoch jeder Einzelne aus seinen äußeren Zwängen befreit
so gut es eben geht, dann ist das ein Schritt hin zu einer höheren
Wirklichkeit. Oder wie Tolle sagt, ein Weg zur Bewusstheit.
Gruß
nemo