Weltweit wohl nichts Neues!

Fairlane, Freitag, 19.06.2015, 12:52 (vor 3864 Tagen) @ Morpheus5477 Views

So kurz vor Schluss, lieber Kurz_vor_Schluss.


Ein sehr mächtiges System, das unter Druck gerät und seine Macht
behalten will, wird immer alle Möglichkeiten ausnutzen, um sich "zu
verteidigen".

Richtig. Das wiederholt sich in mehr oder minder starkem Umfang immer, sobald das herrschende System in Bedrängnis gerät. Orwell hatte das bereits literarisch in "Animal Farm" hinreichend beschrieben.

Das hatten wir doch hier schon unzählige Male diskutiert und beschrieben.
Du hast jetzt vielleicht angefangen, das mal technisch etwas konkreter zu
beleuchten, aber von der Sache her kannst du diese zukünftige Entwicklung
(natürlich abstrakt) in vielen alten Beiträgen hier finden.

Das Grundproblem ist folgendes:
Diktaturen sind nicht in der Lage, genug Ressourcen für eine solche
Überwachung und Drangsalierung seiner Bürger zu schaffen. Diktaturen
waren eigentlich immer eher rückständig.
Unsere "Demokratien" haben jedoch enorme technische und energetische
Ressourcen freilegen können. Wenn diese Staaten sich jetzt in Diktaturen
wandeln (müssen) und die einmal vorhandenen Möglichkeiten nutzen können,
wird es sehr sehr unangenehm werden für die betroffenen Bürger.

Die Ressourcen-Erschließung hat zunächst für alle Arbeitswilligen den Wohlstand gehoben und somit entsprechende Existenzmöglichkeiten geschaffen, aber irgendwann geraten auch diese Systeme wirtschaftlich in Schieflage, da es irgendwann Ressourcen oder Mittelknappheit gibt, bzw. sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten verschieben. Vollzieht sich dann der Wandel zu einer Diktatur sind Aufstände eine mögliche Folge. Hat man jedoch das Volk genügend umerzogen im Laufe einiger Generationen ist eine gute Grundlage im Stil der Romane 1984 oder Brave New World geschaffen, aus welchen es keinen großen Ausweg mehr gibt. Wer sich selbst und freiwillig ohne Bedenken versklavt und damit "Spass" hat, wird niemals eine Veränderung wünschen.

Die Alternative ist Anarchie und marodierende Banden. Ich weiß nicht, was
schlimmer ist. Zumal auch in den Diktaturen die Wirtschaft sterben wird und
die Versorgung mit Lebensmitteln zum Problem Nummer 1 werden wird.

Anarchie könnte tatsächlich funktionieren, es bedürfte jedoch meiner Meinung nach eines Typus Mensch, der über ein sehr hohes Maß an Disziplin und weitsichtiger Entscheidungsfähigkeit verfügt. Es gäbe allerdings niemanden mehr, der im Sinne eines "Staates" diesen vertreten könnte. Jeder wäre sein eigener Herr und könnte nur für sich oder seine Gruppe sprechen. Das was wir als Rechtssicherheit kennen, wäre ausgelöscht und darin bestünde ein hohes persönliches Risiko. Alles wäre Verhandlungssache mit ungewissem Ausgang.
Damit ist die Anarchie unterm Strich auch nur eine weitere Utopie.

Grüße
Morpheus

Gruss, Fairlane


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