Jörg Bergstedt ist kein Schwurbelsören - TTIP ist ein Kind der Konzerne

Leser68, Montag, 08.06.2015, 14:09 (vor 3874 Tagen) @ Bernadette_Lauert5699 Views

Hallo Bernadette,

Schwurbelsören behauptet, die TTIP-Gegener seien doof/einfach gestrickt/schief gewickelt, weil sie denken, da käme "das böse aus USA" rüber.
In Wahrheit stärke TTIP aber nur die Konzerne und nicht die USA.
Das ist bereits nach ein paar Minuten Video der erste künstlich geschaffene Streitpunkt.

Kennst Du seinen Vortrag bezüglich der deutschen Seilschaften für die Gentechnik?
Hier zumindestens Teil 1 von 3 verlinkt:

VORTRAG: Seilschaften deutscher Gentechnik 1v3 (ges. ca. 26min)
https://www.youtube.com/watch?v=dIl_ul97Q9g

Es geht um Gentechnik-Forschung in Deutschland, willfährige Behörden und die Erlaubnis für Firmen gleichzeitig als Forscher, Anwender und als eigener(!) Prüfer in Bezug zu Gentechnik zu arbeiten. Er war sechs Monate in Hessen in Gießen(?) im Gefängnis, unter Innenminister Volker Bouffier, weil er Gentechnikpflanzen zerstört hatte (zumindestens offiziell).


Dieses Interview mit Jörg Bergstedt ist auch sehr zu empfehlen:

Monsanto auf deutsch - Jörg Bergstedt (1h04min)
https://www.youtube.com/watch?v=FwNeDl7OUdI

Ich bin seiner Meinung, dass es bei TTIP weniger um den weiteren Ausbau der Weltherrschaft der USA geht, als vielmehr um die Vergrößerung der Macht der Konzerne. Vor zwei, drei Monaten hat sich ein Vertreter des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) lautstark öffentlich missfallend über die Gegner von TTIP äußern dürfen. Warum hat er das wohl gemacht, wenn deutsche Konzerne nichts damit zu tun haben?
Dementsprechend ist es gut möglich, dass der deutsche Wirtschaftsminister nicht nur wegen amerikanischer Interessen sich so toll für TTIP engagiert, sondern vor allem auch wegen deutscher Konzerninteressen (daher sollte man Konzerne wo immer möglich beim Einkaufen links liegen lassen).
Es gibt allein in Deutschland die Firmen Bayer und BASF, die z.B. dick im Geschäft mit der Agrar-/Düngemittel-/Giftstoffindustrie bzw. der Gendreckindustrie sind bzw. daran teilhaben (z.B. Bayer Crop Science). Dann gibt es beispielsweise noch die auch nicht kleine Firma Syngenta aus der Schweiz.


Dazu ein Beitrag vom Deutschlandfunk, quasi wieder mal ein Alibi-Beitrag für den gewissen Anschein von Demokratie, dennoch nicht zu unterschätzen, der diese Zusammenarbeit zwischen amerikanischen UND(!) europäischen Konzernen beschreibt:

Themenwoche 'WARE WELT'
Sendung: Dienstag, 09.12.2014, 19.15 – 20.00 Uhr
TTIP – Transatlantischer Traum oder der Ausverkauf der Demokratie?
Von Peter Kreysler, Co-Produktion DLF/WDR
...
O-Ton: Pia Eberhardt CEO [Anm.: Corporate Europe Observatory - Beobachtungsorganisation für europäische Konzerne] (deutsch):
In dem Moment, als die Verhandlungen angekündigt wurden - im Februar 2013 - hatte die Kommission kein einziges Treffen gehabt mit einer Gewerkschaft, mit einer Umweltorganisation oder Verbraucherschützern. Also dieser Kanal der Treffen hinter verschlossen Türen waren eindeutig dominiert von Konzernen und ihren Lobbygruppen (..)
Schon heute sind die Vereinigten Staaten mit der Eurozone wirtschaftlich eng verflochten. Viele Handelszölle sind bereits sehr niedrig. Um einen weiteren Handelsboom zu entfachen, müssten viele umfassendere "Regeln" und "Schutzbeschränkungen" fallen. Es soll 'liberalisiert' das heißt angeglichen werden, erst dann würden die Warenströme ganz ungehindert fließen können. Um das aber zu erreichen, müssten die sogenannten NTBs, die Non-tarif barriers to trade, aufgehoben werden; die 'nichttarifären Beschränkungen', wie es im Jargon des Welthandels heißt.
...
O-Ton: Pia Eberhardt CEO (deutsch)
Interessant ist ja, dass in diesen Verhandlungen die Verbände auf beiden Seiten des Atlantiks gemeinsam agieren; Das habe ich auch vorher so noch nie gesehen. Also es gibt nicht nur ein Positionspapier des europäischen Chemie- Verbandes. Es gibt eines des Europäischen Chemie-Verbandes zusammen mit dem US-Chemieverband Pharma-, Finanzdienstleistungen, Lebensmittelindustrie, das ist in allen Sektoren der Fall. Das ist übrigens auch ermuntert worden von der General-Direktion Handel, die an ihre Verbände herangetreten ist und gesagt hat: "Wir fänden es toll, wenn ihr eure Positionen gemeinsam mit den Amerikanern formuliert."

http://www.deutschlandfunk.de/themenwoche-ware-welt-ttip-transatlantischer-traum-oder-d...


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