Doch, Anzeigekunden sind tatsächlich so doof
Unklar ist mir bisher, wer diesen umfangreichen Zeitungs-Fake bezahlt...
da forsche ich aktuell noch.
Das waren einmal die Werbekunden, Anzeigen kosten nach "Auflage". Aber die
sind doch auch nicht blöd, die haben das bestimmt schon lange
mitbekommen!
Laut einem Kapitel in Udo Ulfkottes Buch "Gekaufte Journalisten" wird ein großer Teil der Auflage gedruckt, dann den ganzen Tag herumgefahren, von der Verlagseigenen Marketingabteilung offiziell "aufgekauft" und dann entsorgt. Genauere Details hat Ulkotte allerdings nicht präsentiert.
Vermutlich werden auch die in den Kiosken und Supermärkten liegen gebliebenen Exemplare wieder zurückgekauft.
Denn je höher die offizielle Auflage, desto höher die Anzeigenpreise.
Dass nun die Marketingabteilungen von Großunternehmen dieses Spiel durchschauen würden/durchschauen wollen, da habe ich Zweifel. Dort geht es nur darum, Aktivität zu zeigen und so den eigenen Arbeitsplatz zu sichern.
Aus meinem Berufsumfeld (Marktforschungsbranche) kann ich sagen, dass die Marketing-/Marktforschungsabteilungen von Großunternehmen tatsächlich (scheinbar) doof sein müssen, da sie Geld für den Mist ausgeben, den wir produzieren.
Den Mitarbeitern in den Marktforschungsabteilungen bei Unilever, Coca-Cola Company & Co. geht nämlich es im Wesentlichen darum, ihre Arbeitsplätze zu sichern. Da werden dann Publikationen von verschiedenen Marktforschungsanbietern gekauft und miteinander verglichen, um das dann dem Management stolz präsentieren zu können.
Dass es sich bei Marktforschung in der Regel um billig produzierte, grobe Schätzungen handelt, oder um Analysen, die vor systematischen Fehlern nur so strotzen, wird da gerne ignoriert.
Bei den Marketingabteilungen von Unilever&Co, die mit den Marktforschungsabteilungen eng verflochten sind, wird es also nicht anders sein. Hauptsache man kann nachweisen, wie wichtig die eigene Arbeit ist. Don't be a Maybee - Effektivität ist egal.