Statt Phantasie hier mal ein paar belastbare Zahlen
Die "Auflagen" werden nur noch gedruckt und dann weggeschmissen.
Das stimmt, werter Hasso.
Und das ist sogar so gewollt und wird von einem „Zweckbündnis für Marktpflege“ verbindlich zwischen den Verlagen geregelt. Es nennt sich ganz vornehm „Koordiniertes Vertriebsmarketing“, wo es um die Regelung der Remissionsexemplare geht:
http://www.vdz.de/vertrieb-singlenews/news/koordiniertes-vertriebsmarketing-kvm-aktuali...
Was sich da relativ harmlos liest, hat in der Realität sein Geschmäckle:
Berücksicht man zudem den Umfang der Hefte sowie Größe und Gewicht der einzelnen Seite, bedruckt der Stern pro Jahr etwa 5.000 Tonnen Papier, das nicht verkauft wird, sondern direkt dem Recycling zugeführt wird. Immerhin lassen sich dadurch beim Altpapierhändler etwa 500.000 Euro erlösen (bei 100 Euro pro Tonne), die allerdings den Grossisten zufallen. Für alle fünf Titel zusammen ergibt sich ein Gewicht nutzlosen Papiers von 20.000 Tonnen per anno. Würde man diese Menge auf normale Lkw (7,5 t; Nutzlast ca. 3 t) verladen, wären rund 6.500 Fahrzeuge nötig, die aneinandergereiht eine Kette von fast 50 Kilometern bilden würden. Mit allen remittierten Seiten der fünf Magazine könnte einmal im Jahr ganz Köln (Fläche: 405,16 km2) bedeckt werden. Wie hoch letztlich die Kosten für die Remittenden sind, ist schwer zu sagen, es dürfte wohl locker ein zweistelliger Millionen-Euro-Betrag sein. Wenn der Tablet-Hype davon tatsächlich einen signifikanten Anteil abfedern könnte, dann hätte die Verlagsbranche sicher einige Probleme weniger.
Gemessen am Copypreis wandern allein durch die Titel Bunte, Focus, Gala, Spiegel und Stern jedes Jahr Werte von etwa 140 Millionen Euro ungenutzt ins Altpapier.
Hier:
http://www.mediatribune.de/nachrichten/remission-quantitaetsjournalismus-stern-druckt-d...
Das waren die Zahlen aus dem Jahr 2010. Da stand die Presse schon am Abgrund. Heute ist sie einen Schritt weiter.
Beste Grüße aus dem stürmischen Rheinland vom
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.zip