Amibanken zahlen auch hohe Bußen
Zum einen sind die nicht so hoch wie die gegenüber ausländischen Instituten, zum anderen zahlen die Amibanken in der Regel wegen anderer aufsichtsrechtlicher Sachverhalte. Habe hier am Sonntag zuhause leider keine Unterlagen darüber zur Hand, es ist aber so.
Das es - nur für D - weniger Bankenpleiten als in US gibt, hängt nicht mit weniger rigorosem Vorgehen in D zusammen, sondern mit der praktischen Art des Vorgehens. Kommt es in D zu einem Einschreiten der BaFin nach KWG, so läuft das im Muster wie folgt ab: Die BaFin z.B. stellt eine nach KWG (Kreditwesengesetz) existenzbedrohende Lage fest und hat die Pflicht, den Bankgeschäftsbetrieb umgehend zu untersagen, was, sofern kein ausreichendes frisches Kapital von den Eignern zugeführt wird, zur Insolvenz des Institutes führt. Dafür reichte in der Regel bereits die Untersagungsverfügung der Bafin aus, der Rest ist Eigendynamik. Der private Einlagensicherungsfond des BdB (Bundesverband der Banken) müßte in so einem Falle für die Einlagen gerade stehen und diese auszahlen, sein Schaden wäre dadurch enorm.
Also holt die BaFin den ESF (Einlagensicherungsfond) mit ins Boot, dieser übernimmt die Anteile am Institut zu Erinnerungswerten und ggfs. Garantien der Alteigentümer für besondere Bilanzrisiken. Der EFS löst die Eigenkapitalproblematik durch Garantien und wechselt das Management aus. Dieses beginnt mit der Sanierung oder - seltener - Liquidierung des Institutes ggfs. unter Heranziehung der Garantien der Alteigentümer. Danach verkauft der Fonds das sanierte Unternehmen. Der Haftungsfall für den EFS mit hohen Verlusten wird so vermieden und die im Markt entstehende Unruhe ist überschaubar. Daher gibt es in D weniger Bankpleiten.
Dies unterscheidet sich grundsätzlich von der US-amerikanischen Vorgehensweise, die viel eher auf Insolvenz setzt, eben eine andere Kultur. Was ist besser? Schwer zu sagen, jedoch meine ich persönlich, D ist mit seinem Ansatz bisher nicht schlecht gefahren, jedenfalls für normal große Institute, um die es ja auch in Deinem geposteten Artikel geht. Ganz andere Fragen stellen sich natürlich für die Institute, die "too big to fail" sind. Dafür reicht aber hier Platz und Zeit nicht.
Grüße
Mira