Bielefeld existiert vielleicht, aber Fukushima nie und nimmer - habe ich jedenfalls nie behauptet ...

CrisisMaven ⌂, Donnerstag, 12.03.2015, 17:15 (vor 3959 Tagen) @ Griba8260 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 17:48

Es schlagen ja im Gelben Forum immer wieder Leute auf, deren sorgfaeltigem Quellenstudium wir stets neue Erkenntnisse verdanken, die anderswo auf Unglauben stossen wuerden.

Zur Rekapitulation: ich haben mich an Diskussionen, ob Schlagschatten ein "Beweis" fuer oder gegen eine Kernschmelze oder einen Tsunami in Fukushima sein koennten, meines Wissens nicht aktiv beteiligt. Das ist auch insofern Unsinn, als nur Spinner behaupten (koennen), in Fukushima gaebe es gar keine havarierten Kernkraftwerke. Es gibt ja auch keine Atombomben. Dann haette auch der Irak-Krieg nie stattgefunden, denn ich koennte ja ein Bild im Internet plazieren, das in Bagdhad einen Abrams-Panzer mit einem Schlagschatten zeigt, der abweicht von dem der Laterne nebendran. Nichts leichter als das. Was ich 2011 gemacht habe, war, ueberwiegend auf Fragen besorgter Leser(innen) hin, Fragen zur Atomtechnik und Kernchemie zu beantworten.

Das war damals vielen Menschen ein dringendes Anliegen und ich habe dafuer ein sechsstelliges Honorar geopfert, das ich in derselben Zeit als Beraterhonorar anderswo haette einstreichen koennen.

Aber wer sich unsterblich laecherlich machen will mit der Thronbesteigung der Rothschilds auf dem Premierminister-Stuhl in Grossbritannien, der kann aus allem was herauslesen, auch aus Huehner-Eingeweiden ...

besonders wenn unsere Spezial-Freunde mit involviert sind. Denn dann käme man auch noch auf ganz andere VT-Schlüsse.

WENN sie denn involviert sind.

1. Wozu dienen AKWs - Stromerzeugung? [[freude]] - nee, nicht doch, der Strom ist nur ein Abfallprodukt ...

In der Tat dienen Kernkraftwerke in den meisten Staaten zuvoerderst der Stromerzeugung, auch wenn sie dafuer nicht gut geeignet sein moegen. Elektrizitaet als "Abfallprodukt" gibt es vorwiegend nur bei den sog. "Verteuerbaren Energien".

2. Was macht man mit den atomaren "Abfällen"? - kommen in die WAA

Meist (d.h. nach meiner Kenntnis volumenmaessig) nicht, bezogen auf den Weltmassstab.

3. Was kommt aus der WAA? - Müll, MOX und ... Plutonium.

Ja, aber das geschieht im Wesentlichen (!) deshalb, weil die sog. "Konditionierung" des Abfalls noetig ist, um ihn (end-) lagerfaehig zu machen, d.h. zur Gefahrenreduktion!!!

Dabei fallen ein paar Radionuklide an, die man in der Forschung (weiter-) verwenden kann. Aber z.B. selbst fuer die in der Nuklearmedizin verwendeten Radionuklide gibt es spezielle Erzeugungs-Reaktoren, d.h. deren Praeparate stammen ueberwiegend nicht aus (kommerziellen, d.h. stromerzeugenden) Kernkraftwerken!

4. Was macht man mit Plutonium? Jetzt bitte selber weiterdenken.

NICHTS. Man versucht es entweder in MOX- (Misch-Oxid-) -Brennstaeben einzusetzen, um es endgueltig loszuwerden, da Plutonium neben seiner unangenehmen Eigenschaft, ein Alphastrahler zu sein, auch noch ein starkes Gift ist, oder man hat es fuer eine spaetere Endlagerung ueber Jahrtausende "an der Backe", da man dieses Plutonium aus kommerziellen Reaktoren nicht fuer Atomwaffen verwenden kann. Es ist aber sehr wohl zum Bau sog. "schmutziger Bomben" geeignet, d.h. das Terror-Anschlags-Risiko steigt dadurch, dass es nunmal da ist und nicht aus der Welt zu schaffen ist bis auf ein paar Spinner, die meinen, man koenne radioaktiven Abfall (bezahlbar!) mittels Transmutation in harmlose Elemente, gar in Gold, umwandeln.

Vgl. auch "Warum die Nicht-Atomwaffenlaender mit Leichtwasserreaktoren regulaer kein waffenfaehiges Plutonium herstellen (koennen)"

Japan hat alles, was es dazu braucht: Die Technologie dazu ist seit etwa 1942 "in Arbeit", selbst Raketen hätte es. Nur geeignete Flugzeuge darf es nicht bauen ...

Kann sein, dass Japan, anders als der Iran oder Nordkorea, ueber die Moeglichkeiten verfuegt, Atomsprengkoepfe, so es sie denn haette, an entscheidende geographische Stellen zu transportieren. Aber es hat (bisher) die Sprengkoepfe nicht (jedenfalls spricht nichts, aber rein gar nichts, dafuer).

Du siehst, eine ganz schlimme VT, die wir besser sofort wieder vergessen und niemand nicht daran erinnern.

Ja, sie ist wie die meisten Verschwoerungstheorien falsch.

Um atombomben-faehiges Plutonium-239 herzustellen, das noch nicht durch weiteren Neutronen-Einfang zu einem nennenswerten Anteil in Pu-241 etc. umgewandelt ist, zu gewinnen, muss man die neuen Brennstaebe statt nach drei bis vier Jahren (also nach ca. 1.000 bis 1.300 Tagen) bereits nach jeweils ca. 100 Tagen entnehmen und wiederaufarbeiten und durch neue ersetzen.

Wenn man das tun wollte, braeuchte man also die mehr als zehnfache

1) Herstellkapazitaet

2) Wiederaufarbeitungskapazitaet und

3) Zwischenlagerkapazitaet

fuer Brennstaebe/Brennelemente, als fuer den "kommerziellen" Betrieb.

Das waere selbst ohne Satelliten-Kameras nicht vor der eigenen Bevoelkerung noch vor fremden Agenten zu verbergen. Es waere auch kaum bezahlbar.

Israel hat mit Dimona ja auch nur einen Reaktor (oder ggf. ein paar am selben Fleck) mit geringer thermischer Leistung, ohne Absicht, damit Strom zu erzeugen, und verwendet diese Anlage ausschliesslich fuer Bomben-Plutonium etc.

Nochmal: Atomkraftwerke braucht man nicht, um Atombomben herzustellen. Aber man braucht die Infrastruktur, die mit einer "zivilen" Atomwirtschaft einhergeht, um sich ein Atom-Waffen-Programm leisten zu koennen, so, wie man eine zivile Automobilindustrie (und Flugzeugindustrie!) braucht, um sich militaerische motorisierte Einheiten (oder eine Luftwaffe) leisten zu koennen.

Drum sieht man ja an Israel, Nordkorea oder Iran, dass der Versuch, die atomare Bewaffnung ohne solche zivilen Vorkehrungen zu forcieren, erhebliche Mittel des Staatsshaushaltes bindet.

Etwas anderes ist es, dass die Altlasten der "zivilen" Nutzung natuerlich nicht eingepreist sind, d.h. den Folgegeneration noch einst schwer zu schaffen machen werden.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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