Schon irgendwie seltsam für mich, Deine Kommentare
Was ich nun schreibe, hat nicht unbedingt was mit dem Thema zu tun, aber
trotzdem. Das mag sich natürlich jetzt seltsam für Dich anhören, -
aber
ich sehe das völlig anders. Ja, es gab die Zeit, wo man bei einer
Bewerbung nach Möglichkeit nicht älter als 30 sein und dabei 20 Jahre
Berufserfahrung mitbringen sollte. Das aber hat sich - meines Wissens -
irgendwann nach der Jahrtausendwende geändert.
NEIN, NEIN, NEIN.Ich möchte jetzt nicht in Details gehen (weil man dann ein
Arbeits-/Berufsprofil bekommt), aber das trifft ABSOLUT nicht zu.
Da sucht man gerade die Älteren, weil die eine ganz andere
Berufserfahrung und vor allem Verantwortungsbewusstsein mitbringen.
NEIN, NEIN, NEIN.
Ich kenne diese Meinung von einigen Kollegen, bevor ich Deutschland verlassen habe. Mag sein, dass das im Garten-und Landschaftsbau, wo ja bei kompletter Palette mehr als 10 Berufe mit eingebunden sind, anders gesehen wird. Ich habs jedenfalls mit Erfolg praktiziert.
Das mag vielleicht in Rumänien der Fall sein, bei mir - und bei einigen
Bekannten - war es nicht so.
In Rumänien ist es anders. Da wollte ich mich für eine gemischte Ausbildung GaLa-Bau/Straßenbau stark machen, in Absprache mit den großen Ausländern (Strabag, Bilfinger&Berger, etc.) - zu meiner Einladung für den runden Tisch ist von 8 Adressen kein Einziger gekommen.
Hintenrum habe ich dann erfahren, dass die gar kein Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften haben. Da wird ein junger Spund zu niedrigem Lohn als Ingenieur eingestellt, der muss sich dann mit 10 - 15 Hiwis herumärgern. Gibts Kollateralschäden (Murks am Bau), dann ist das eben so. "Für Rumänien gut genug", - das meinen auch die großen Konzerne wie Henkel, Lever Sunlicht, etc. mit minderer Qualität.
Man kann Super-Noten haben, Berufserfahrung, Zuverlässigkeit, etc. Alles
egal.Man kann Bewerbungen schreiben, wie man will. Alles aussichtslos.
Die Arbeitgeber schreiben fast keine Empfangsbestätigungen mehr. Und
meist muss man irgendwann aktiv werden, weil man einfach nichts mehr
hört.
Das mit den Empfangsbestätigungen, - das muss ich zugeben, da nehme ich mich nicht aus. War eigentlich nicht korrekt von mir.
Ich glaube beim besten Willen nicht an einen Fachkräftemangel. Die
Arbeitgeber sind froh, wenn sie sich möglichst schnell der Mitarbeiter
entledigen können. Das senkt die Kosten, und der verbleibende Rest
erledigt die Arbeit aus Angst, ebenfalls entlassen zu werden.
Ich weiß es nicht, - mag sein, dass das in irgendwelchen Produktionsstätten so ist. Auf dem Bau sicher nicht. Ich merke ja, wie mein Junge, der noch in Deutschland im ehemaligen Ausbildungsbetrieb arbeitet, von seinem Chef bemuttert wird, nur, um ihn dort zu halten.
Er will ja wieder zurück nach Siebenbürgen, in erster Linie, weil er die kommunikative Gesellschaft in Rumänien vorzieht, wo man eben noch mehr miteinander spricht (und die Mädels mehr auf ihr Aussehen halten und dazu noch kochen können). Aufgrund des Fachkräftemangels hierzulande kann er Forderungen stellen. Dort, wo ich was für ihn eingefädelt habe, ein halbstaatlicher Betrieb, kennt man ihn und will ihn auch haben. Mittlerweile wird um den Lohn gefeilscht. Er will das Doppelte, was normalerweise hier üblich ist. Und er kann sich das erlauben. Die Zeit ist einfach für ihn.
P.S.Das mit dem Rosenmontag finde ich übrigens nicht gut. Ich bin fast nie
krank, und wenn ich tatsächlich einmal einen gelben Zettel hole, dann geht
es mir wirklich schlecht. Da finde ich es schon komisch, dass ein
Arbeitgeber ausgerechnet am Rosenmontag die Angestellten zu sich bittet. Da
ist doch etwas mehr Fingerspitzengefühl angesagt.
O.k., klar, war kein gutes Beispiel. Ich habs nur als Extrem benannt. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich auch in Deutschland meinen Leuten von Freitag bis Dienstag im Fasching urlaub gegeben, - weil mir ein nur hälftig einsetzbarer Mitarbeiter auf der Baustelle nichts bringt.