D'accord! (mT)

DT, Montag, 05.12.2016, 12:37 (vor 3384 Tagen) @ nvf332453 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 05.12.2016, 12:44

Der Beitrag findet ganz meine Zustimmung. Die amerikanische Schule glaubt, daß sie alles in "Formeln" gießen kann. Die Bemerkung mit dem Operations Research stimmt genau. Vom Militär her denken viele Wirtschaftsführer und Controller, man könne auf diese Art eine Firma effizient machen, wenn man nur ihre Parameter ganz genau mißt. Aber was dabei fehlt, ist der "corporate spirit", der Zusammenhalt, der Geist, der sich nicht in Zahlen gießen läßt.

Was in dieser ingenierslastigen, linearen Denke fehlt, das sah man ja auch an den "schwarzer Schwan" Events bei der Börse, sind nichtlineare und vor allem kooperative und kollektive Effekte, Phasenübergänge, wie hervorragend angemerkt. Letzen Endes sowas wie bei Göbbels in der Sportpalastrede.

Die Amis sollten sich einmal mit Hakens Synergetik und mit Weidlichs Soziodynamik befassen:

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/synergetik/65058

"Soziologie

Hier lassen sich die psychologisch und die systemtheoretisch orientierten Schulen unterscheiden, wobei die Synergetik der zweiten Richtung angehört und hier wieder zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Synergetik differenziert werden kann. Im ersteren Fall werden eine Reihe soziologisch relevanter O.P. identifiziert. Beispiele: Die Sprache eines Volkes ist ein O.P. Nach seiner Geburt wird ein Baby der betreffenden Sprache ausgesetzt und lernt diese (wird von ihr „versklavt“) und trägt dann als Erwachsener diese Sprache weiter („zirkuläre Kausalität“!). Wie auch sonst in der Synergetik können O.P. konkurrieren, wobei einer gewinnt (z.B. in den USA die engl. Sprache), coexistieren (z.B.: in der Schweiz mehrere Sprachen) oder kooperieren (z.B. Umgangssprache und Fachsprache). Während in diesem Fall das Wirken des Versklavungsprinzips eindeutig ist, ist dieses in den folgenden Beispielen unter Soziologen umstritten, so daß statt dessen Bezeichnungen wie „Einbindung“ oder „Konsensualisierung“ vorgeschlagen wurden. Weitere O.P.: Staatsform (z.B. Demokratie, Diktatur), öffentliches Recht, Rituale, corporate identity, Betriebsklima, Ethik. Das letztere Beispiel ist besonders bemerkenswert, da O.P. nicht von außen oder von vornherein bestimmt sind, sondern durch Selbstorganisation entstehen und keineswegs eindeutig bestimmt sein müssen. Ethik als O.P. bedeutet, daß diese durch Konsensbildung entsteht, so daß das Versklavungsprinzip gültig ist, und daß es auch verschiedene Ethiken geben kann. Schließlich seien als Beispiel für O.P. die wissenschaftlichen Paradigmen (Paradigma) von Thomas S. Kuhn genannt, wobei deren Wechsel die Eigenschaften eines Nichtgleichgewichts-Phasenübergangs tragen (kritische Fluktuationen, kritisches Langsamerwerden). Die Synergetik als neues wissenschaftliches Paradigma ist offensichtlich selbstreferentiell: Sie erklärt ihr eigenes Entstehen. Eine quantitative soziologische Synergetik wurde von W. Weidlich und seiner Schule als „Soziodynamik“ entwickelt."

Psychologie

Nach Auffassung der Synergetik entstehen psychische Verhaltensmuster durch Selbstorganisation neuronaler Aktivitäten unter bestimmten Kontrollparameterbedingungen und werden durch Ordnungsparameter wiedergegeben. In wichtigen Spezialfällen läßt sich die Ordnungsparameter-Dynamik durch die überdämpfte Bewegung einer Kugel in einer Gebirgslandschaft veranschaulichen. Durch Änderung von Kontrollparametern wird diese deformiert und erlaubt neue Gleichgewichtslagen (stabile Verhaltensmuster). Damit ergeben sich neue Psychotherapieansätze: Destabilisierung unerwünschter Verhaltensmuster durch Änderung von Umweltbedingungen, neue kognitive Einflüsse usw., sowie Maßnahmen, welche die Selbstorganisation erwünschter Verhaltensmuster fördern. Die Einsichten der Synergetik finden Anwendung in dem neuen Gebiet der Psychosynergetik (wesentliche Beiträge von Schiepek, Tschacher, Hansch u.a.).

http://www.karl-heim-gesellschaft.de/Abstracts/Weidlich98.pdf


Was mich interessieren würde, ist, ob diese Ami-Psychologen den Unterschied zwischen Fehler 1. und 2. Art wissen, sprich, ob sie den Zusammenhang von
"A ==> B" und " nicht B ==> nicht A" aus der Logik kennen.

Denn oft wird ja fälschlicherweise angenommen, daß wenn A ==> B dann B ==> A. In diesem Fall hat sich das so angehört, denn "wenn diese Leute dies und das auf Facebook liken und dann Republikaner wählen, dann werden auch die anderen Leute, die dies und das liken Republikaner wählen". Typische Fehlannahme aus der Statistik und Logik.

Nicht jeder, der bei kalter Temperatur raus geht, bekommt eine Erkältung.

Und das nichtlineare Modell, oder das mit einem Phasenübergang, wo einer in einer SBahn niest und plötzlich ganz viele eine Erkältung haben, ist da auch nicht drin enthalten!

DT


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