Der Feuersturm war grauenhaft
Ich bin in Würzburg geboren. Mein Vater erzählte mir, wie wegen der irrsinnigen Hitze das Innere der Luftschutzbunker noch nach drei Tagen von alleine anfing zu brennen, als man dann die Türen öffnete und frischer Sauerstoff einströmte. Er war damals 15 Jahre alt.
Würzburg war damals eine der schönsten historischen Städte Deutschlands mit einmaliger mittelalterlicher Bausubstanz. Im Krieg eine reine Verwaltungs- und Universitätsstadt ohne nennenswerte militärische Bedeutung, wurde es wenige Tage vor Kriegsende vollständig vernichtet. Es gab Überlegungen, daraus ein riesiges Freiluftdenkmal zu machen. Im Wesentlichen der Tatsache, dass die Kanalisation einigermaßen überlebte, ist der Wiederaufbau zu verdanken.
Ein Modell des zerstörten Würzburg im Rathaus zeigt ein einziges Haus in der Stadt unzerstört. Dies auch nur deshalb, weil eine Handvoll alter Männer, die nicht mehr viel zu verlieren hatten, nicht in Deckung gingen, sondern mutig auf dem Dachboden bzw. im Haus ausharrten und die herunterregnenden Stabbrandbomben mit Sand bedeckten, bzw. noch vor der Zündung der Zerlegerladung innerhalb von 2 Minuten aus dem Haus brachten.
Meine Mutter berichtete außerdem, wie Tiefflieger Jagd auf sie und andere Zivilpersonen machten.
Alles ungesühnte Kriegsverbrechen...
Viele Grüße