Auch 50 km östlich von Dresden ...
... war (laut meinen Vorfahren) der Feuerschein über Dresden zu sehen.
Meine Mutter erzählte mir, dass in ihrem Haus bei der Bombardierung die Türen aufgesprungen seien - die Detonationen also noch ca. 50 km östlich von DD noch spürbar waren. Sie sei daraufhin mit ihrer Mutter auf den Dachboden des Hauses gestiegen, um einen Blick zum Horizont zu erhaschen. Dieser sei "hell erleuchtet" gewesen vom Feuer.
Eine weitere Episode von ihr in diesem Zusammenhang. Unsere Stadt sei schon ab Januar '45 von Flüchtlingstrecks aus dem Osten stark frequentiert worden, welche alle in Richtung Westen geströmt seien - mit ständig steigenden Flüchtlingszahlen.
An jenem 13.Februar, es soll übrigens ein sehr kalter Tag gewesen sein, soll unser Ort regelrecht mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten überfüllt gewesen sein. Der Grund: In unserem Ort gibt es an der Ausfallstraße in Richtung DD ein "Nadelöhr" - ein ca 300 Meter langes Gefällestück mit 12 % Neigung. Aufgrund der Kälte an jenem Tag war die mit Granitpflaster belegte Straße ziemlich glatt und die Flüchtlinge selber bzw. Helfer dort vor Ort hatten alle Hände voll zu tun, die Pferdefuhrwerke auf dem Gefällestück zu bremsen um ein Abrutschen zu verhindern. Meine Mutter wohnte direkt dort an dem "Nadelöhr" und - so erzählte sie - es sei damals selbstverständlich gewesen, mal einen Tee oder ein Stück Brot abzugeben von dem Wenigen, was sie selber noch hatten. Kurz und Gut, sie seien auch mit den Ost-Flüchtlingen ins Gespräch gekommen. Auf die Frage, wohin es noch gehen sollte, war immer die Antwort: erstmal nach Dresden.
Es war damals - auch direkt nach dem Krieg – allgemein bekannt (zumindest in unserer Gegend), dass in Dresden das Elbufer voll gewesen sein muss mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten ...
Es kann sich damit jeder selbst zusammenreimen, wie sich das mit den offiziellen Zahlen verhält. Ob Nazi- oder Alliierte Propaganda - was einigermaßen Glaubwürdiges wird es da nicht geben ...