Über Macht-Haltende
> Im Übrigen hatten die russischen Kommunisten die Macht bei uns in der DDR und nicht die Vasallen.
Ach was. Die "Betonköpfe" konnten doch Gorbatschows "Perestroika" ein paar Jährchen lang ganz gut abblocken - bis sie dann vom Leben abgestraft wurden.
Machtstrukturen, Ideologien, Religionen bestehen und halten sich aufrecht, solange die Masse daran glaubt. Verliert sie diesen Glauben, bricht das Kartenhaus schlagartig zusammen.
> Ich sehe nur lauter Machthalterwechsel in der Geschichte.
Logisch. Solange die Masse dem Glauben «Le roi est mort, vive le roi» huldigt.
Ob sich danach neue Machtstrukturen etablieren, hängt einzig davon ab, ob sich die Masse ein selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben vorstellen kann, oder nicht - und ob sie willens ist, diese Vorstellung auch in die Praxis umzusetzen.
> Das hat die Masse bisher weltweit noch nirgends realisiert - trotz ihrer Vorstellungen…
Das wäre mir neu, dass die Idee eines selbstbestimmten und selbstorganisierten Lebens die Massen ergriffen hätte.
Ein paar einsame Rufer in der Wüste dieses Forums vielleicht...
> Weil sie nicht will? Nein, weil sie nicht kann.
Eventuell hat die Masse bloß noch nicht gemerkt (oder vergessen), dass sie die Fähigkeit zur Selbstorganisation besitzt. Ende 1989 gab es "Runde Tische" - bis dann das "Keine Experimente!" überhand nahm. Schwarmverhalten eben.
> Die Masse hat der ZI die Macht verliehen, zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte neu.
In der Anfangsphase der Zivilisation brachte die Installation von Zentralmächten ja durchaus Vorteile, da damit Kräfte gebündelt werden konnten. Deshalb setzte sich evolutiv diese Idee durch.
Heute behindern die Zentralen allerdings zunehmend die weitere Entwicklung der Menschheit, und deshalb werden sie wieder verschwinden. Der Schwarm beginnt allmählich, sich (u.a. mit Hilfe des Internet) neu zu organisieren, und zwar dezentral.
Je mehr die Zentralen versuchen, die Kontrolle zu behalten, desto rascher werden sie sie verlieren.
> Dafür wurde sie mit Redistribution auf Kosten von Nachschuldnern in Zeit und Raum entschädigt.
Einerseits ist das "Bestechen" der Massen bereits ein Machtverlust der Zentrale. Die Zentral-Ohn-Mächtigen können eben nicht schalten und walten, wie es ihnen gefällt, sondern müssen auf die Befindlichkeiten des Schwarmes Rücksicht nehmen.
Andererseits wird das Redistribuierbare schon seit Jahrzehnten immer knapper, damit schwindet der Rückhalt des Systems in der Bevölkerung, was man ja angesichts der Stimmung in Ostdeutschland auch ganz gut beobachten kann.
Derzeit ist allerdings die Vorstellung, Sachsen beispielsweise wieder in einen echten Freistaat zu verwandeln, d.h., aus der Förderation Deutschland auszutreten, nicht massentauglich.
Die Katalanen und Schotten sind da schon weiter...