.. was noch zu beweisen wäre.

Beo2, NRW Witten, Freitag, 09.09.2016, 22:04 (vor 3462 Tagen) @ CalBaer2650 Views

Hallöchen CalBaer,
nichts für ungut! Ich mag deine Polemik, weil Du auch sachlich kannst.

Und wann kapierst DU, dass es zwischen den nationalen ZBanken der Eurozone gar keine Geschäftsbeziehungen und gar kein eigennütziger Zahlungsverkehr gibt, da es sozusagen Filialen der EZB sind? Ihre Bilanzen sind nur unvollständige Teilbilanzen der EZB. In der kompletten Bilanz des EZB-Systems verschwinden die Target2-Salden restlos, nicht aber all die übrigen Posten der nationalen ZBanken.

Du beschreibst ja nur die Tatsachen, die durch Target-II geschaffen wurden. Defizite bis hin zu bankrotten ZB-Systemen koennen so schoen in einem Zahlungssystem versteckt werden.

Ich beschrieb auch die tiefere Bedeutung der Target2-Salden. Ich sehe da nichts versteckt - für mich ist es transparent. Die Salden sind sehr informativ. Wären sie nicht in den Bilanzen, müssten sie wenigstens darunter stehen.

Die Euro-Zone ist aber nach Gesetz keine Transferunion, wo alle Mitgliedsstaaten das Geld in einen Topf werfen, und jeder nimmt sich, was er braucht. Es wird allerdings unterlaufen, Target-II ist deswegen nichts anderes als eine endlose Kreditlinie fuer bankrotte Systeme.

Ich halte gerade das Target2-Verrechnungsystem (als solches) für das harmloseste an der ganzen Sache; es geht einfach rein buchungstechnisch nicht anders. Da gibt es ganz andere, schlimme Dinge, die in dem ganzen ZB-System stecken.

Die Bilanzen zwischen ZB-Systemen muessen immer ausgeglichen werden, das macht man sogar im Federal-Reserve-System so, wo die 12 Federal-Reserve-Banken ihre Salden einmal jaehrlich ausgleichen, obwohl die Vereinigten Staaten sogar ueber einen gemeinsamen Haushalt verfuegen.

Genau.

Es gehoert zu einem gesunden Geld-System dazu, dass Leistungsbilanzdefizite ausgeglichen und nicht ewig aufgeschoben werden, weil dann irgendwann das Gesamtsystem in Schieflage geraet.

Völlig richtig. Dazu reicht aber ein Clearing der Target2-Salden, indem Geld hin und her gekarrt wird, nicht im geringsten - die Lkws bräuchten auch gar nicht ausgeladen zu werden. Es würde reichen, wenn sie die Parkplätze der nationalen ZBanken hin und her anfahren würden oder dort einfach stehen blieben. Beim Bedarf der Kunden würden sich die BuBa-Beamten unten etwas Bargeld rausholen.
Da müssten halt die Deutschen mehr Güter und Immos bei den Griechen kaufen, mehr Urlaub dort machen, mehr Geld dort investieren etc.; mit anderen Worten: mehr Geld hin transferieren. Dann würden die Target2-Salden verschwinden. Das Problem liegt also nicht bei dem Target2-System, sondern es ist ein realwirtschaftliches. Einverstanden?

Es gibt Zahlungsverkehr nur zwischen den Kunden der ZBanken. Sobald ein Kunde nichts auf seinem ZB-Konto hat, ...

Kunden haben niemals ein ZB-Konto, das ist schon mal voellig falsch.

Und was haben zahlreiche Geschäftsbanken und die Regierung bei der BuBa? Sie sind Kunden der BuBa und ihre ZB-Konten sind ihre Girokonten. Diese erledigt derer Zahlungsverkehr untereinander sowie grenzüberschreitend.

... wird auch nichts ausgebucht ...

Banken haben ZB-Konten und wenn die leer sind, kann auch nichts ausgebucht werden, selbst wenn die Kunden Guthaben bei der Bank (Giralgeldguthaben) haben. Aber richtig, da kann nichts ausgebucht werden.

Was haben die, ZB-Konten? Hast gerade oben bestritten! Man-oh-man, ist das ein Eiertanz hier!

... anderswo gutgeschrieben, ...

Oh doch, die EZB schreibt den Banken ZB-Geld gut (die EZB zwingt sie dazu, Danke fuer den Hinweis @paranoia), welches ihre Kunden in bar jederzeit abrufen koennen.

Ach was, wofür denn? Ja, bei der Kreditvergabe der BuBa, für Sicherheiten (Staatsanleihen, Hypotheken) natürlich. Vom "Zwang" kann keine Rede sein.

Die Buba muesste dann neue Scheine drucken, falls sie ausgehen, ohne dass dafuer Kollateral bei der Buba liegt.

Es liegen von den Banken hinterlegte Sicherheiten (Kollateral) bei der BuBa vor, Sicherheiten vom feinsten: nämlich Staatsanleihen. Diese Schuldscheine genießen die höchste Bonität im ganzen Lande. Die Banken haben ja gar keine eigenen. Sie leihen sich diese vom Staat und holen sich das Geld sofort bei der BuBa (Staat) zurück. Ein völlig irres System! Kann nur abkacken.

Und das von Dir behauptete ZB-Giralgeld gibt es einfach nicht.

Es sind die Zahlen auf den ZB-Konten der Kunden der BuBa .. Buchgeld der BuBa eben.

Es gibt nur ZB-Geld oder es sind Guthaben der Privaten bei den GBs.

Es gibt aber ZB-Giral und ZB-Bargeld. Die Kunden der BuBa können es jederzeit gegeneinander umtauschen. Das weiss doch mittlerweile jedes Spatzenhirn.

... und es kommt folglich auch gar nichts in das Target2-Saldo rein.

Genau dieses durch die Buba geschoepfte Geld sind die positiven Salden der Buba, fuer die die EZB der Buba noch ZB-Mittel schuldet, waehrend die negativen Salden des GR-Systems die noch zu liefernden ZB-Mittel darstellen, die sie nicht liefern koennen, sie der EZB schulden.

Die nationalen ZBanken können es liefern, einfach drucken, aber sie bzw. die BuBa könnte(n) mit dem Bar-/ZBGeld gar nichts anfangen, weil das Geld bereits die Kunden (GBanken) von der BuBa bekommen haben. Es kann doch nicht zweimal dasselbe Geld ausgezahlt werden, einmal an die Banken, und dann auch noch an die BuBa zur freien Verfügung! Es wäre nur das Papier (bzw. gar nichts) wert und ersparte der BuBa lediglich einige Druckkosten.

In der Summe sind die Salden natuerlich null, weil Guthaben=Schulden. Nur ist das kein Argument, weil es eben schwere oekonomische Ungleichgewichte sind. Diese Ungleichgewichte haben Folgen.

Ja, die Target2-Salden dokumentieren ökonomische Ungleichgewichte, allerdings realwirtschaftlicher Art; evtl. auch Kapitalflucht. Gerade deshalb ist es sinnvoll, sie in den ZB-Bilanzen der Länder auszuweisen und eben nicht durch erfolgtes, sinnloses Clearing verschwinden zu lassen bzw. zu verstecken.

Mit Gruß, Beo2

PS: Ich mache jetzt ein paar Tage lang Urlaub.


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