Viel Sinn für Unsinn deinerseits ..
Nun zeige mir doch bitte anhand der aktuellen/letzten BuBa-Bilanz den Posten, der für Geldforderungen der BuBa gegenüber dem Rest der Eurozone steht - wie hoch sind denn diese Forderungen (aus Kredit) aufgeschlüsselt nach Fristigkeit: kurz-, mittel- und langfristig? Dann werde ich dir die Zahlen beibringen.
Gerne! https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Geschaeftsberichte...
Seite 72 Punkt 9.4: Sonstige Forderungen 584 Milliarden Euro. Ei, was mag' das wohl sein? Erläuterungen findest du auf Seite 85.
Also, was mag's wohl sein? .. steht dort ja klipp und klar erläutert:
"Aus dem Individualzahlungssystem TARGET2 des Eurosystems ergeben sich aus grenzüberschreitenden Zahlungen Verrechnungssalden zwischen den Zentralbanken im ESZB, aus denen am Tagesende ein Nettosaldo gegenüber der EZB gebildet wird. Im Jahr 2015 ist dem deutschen Bankensystem über TARGET2 in erheblichem Umfang Zentralbankgeld zugeflossen ..."
Aha, "dem deutschen Bankensystem [d.h. Geschäftsbanken = Kunden der BuBa)] in erheblichen Umfang Zentralbankgeld zugeflossen", "Verrechnungssalden" .. "am Tagesende". Sehr interessant!
Hast Du wirklich meine Beiträge aufmerksam gelesen? Verstehst Du, was "Verrechnungssalden" aus Zahlungsverkehr sind? Es sind kumulative Tagessalden aus Interbanken-Geldüberweisungen (von/an Bankenkunden), die Banken generell, auch Geschäftsbanken einander gewähren, um nicht jede Nacht Banknoten hin und her karren zu müssen. Und, sie belasten diese Salden/Forderungen mit einem vereinbarten, geringen Zins, um zu einem Clearing doch noch zu drängen.
Auf ein Clearing innerhalb des EZB-Bankensystems (Bankenverbund) wird bis auf weiteres oder gar für immer verzichtet. Die Bilanzen der nationalen ZB ("Bankfilialen") bilden zusammengelegt die Bilanz der EZB - die Target2-Salden ergeben eine Nullsumme! Die jeweiligen Bankkunden der nationalen ZB (Geschäftsbanken, die Regierung etc.) haben aber alle ihr Geld bekommen; bei den geldüberweisenden Kunden der nationalen ZB wurden die gleichen Geldsummen ins Nirwana ausgebucht.
Du kannst also in dem Text nochmals fast in gleichem Wortlaut das lesen, was ich geschrieben habe! Weiter:
"Zum Jahresende ergibt sich daher eine um 123 364 Mio € auf 584 210 Mio € gestiegene Nettoforderung der Bundesbank gegenüber der EZB, welche in der Unterposition 9.4 Sonstige Forderungen“ ausgewiesen wird.
Was ist das für "Forderung", gegen wen, wo die BuBa und alle anderen nationalen ZB der Eurozone Bestandteile der EZB sind? Eine Forderung gegen eine andere Filiale derselben Bank? Die sog. EZB i.e.S. "ist" nur das Direktorium und ein paar Beamte; sie hat keine Befugnis, Geld zu drucken oder zu vernichten, oder Kredite zu vergeben. Das ist ausschließliche Kompetenz der Filialen, die vom Direktorium angewiesen werden, d.h. der BuBa und der anderen ZB. Diese "Forderung" ist ausgebliebenes Clearing der kumulierten Zahlungssalden unter "den Filialen derselben Bank", zu der alle nationalen ZB gehören. Alle Kunden aller ZB haben ihr Geld bekommen!
Wozu denn ZBGeld, Euro-Banknoten, zwischen den nationalen ZB hin und her karren? Ein Clearing könnte ruckzuck erledigt werden; es ergibt eine Nullsumme. Was würden dann die nationalen ZB mit dem Bargeld wohl machen? Sie würden es aktivieren anstelle der jetzigen "Forderung". Und wozu? .. sie könnten und dürften damit gar nichts kaufen! Die ZBs müssten das Geld drucken und verschicken - kostet ja nichts, um es dann bei sich zu aktivieren. Wozu das Ganze? .. wäre völlig sinnlos!
Das ausgebliebene Clearing ist auch definitiv kein "Verlust für die BuBa" und kann es auch nicht werden. Es kann nicht erfolgswirksam werden, selbst dann nicht, wenn es ewig ausbleiben wird! Es müsste nur ein anderer bilanzieller Ausgleichsposten (unter anderem Namen) geschaffen werden, um die Bilanzen der nationalen ZB rein formal im Gleichgewicht zu halten.
Der Nettosaldo wird zum jeweils geltenden Hauptrefinanzierungssatz verzinst.
Na und? Ich werde eine Anfrage schreiben, um es zu erfahren.
Im kalendertäglichen Durchschnitt betrug die verzinsliche Nettoforderung 550 928 Mio € (im Vorjahr: 482 370 Mio €). Weiterhin beinhaltet diese Position Forderungen in Höhe von 133 Mio € aus der Verteilung der monetären Einkünfte zwischen den nationalen Zentralbanken (vgl. GuV-Position 5 „Nettoergebnis aus Monetären Einkünften“) und die Forderung gegenüber der EZB in Höhe von 208 Mio € aus der Vorabgewinnausschüttung (vgl. „Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss“)."
Das alles ist ausgebliebenes Clearing (Geld hin und her karren) zwischen "Filialen derselben Bank", nämlich des EZB-Systems. Sowohl die BuBa als ein die GR-ZB sind ein Teil der EZB, so was wie Filialen.
Überlege Dir einfach mal, was passieren muss, damit die Überweisung von €100,- von der griechischen Alfa-Bank zur Deutschen Bank Hannover erfolgsneutral ist, denn auch Du gehst ja davon aus, dass durch diesen Vorgang niemand reicher wird.
Exakt! Die nationalen ZB sind bedingungslos vertraglich verpflichtet, Geldüberweisungen ihrer Kunden innerhalb der Eurozone zu erledigen! Es handelt sich um dieselbe Währung innerhalb ein und derselben Großbank (EZB). Den ZB können dadurch keinerlei "Verluste" (vgl. GuV-Rechnung) entstehen, niemals.
Die Gutschrift an sich bedeutet einen Verlust für die Deutsche Bundesbank.
Was für Verlust, weshalb? Unsinn! Würde die BuBa das Bargeld bekommen, würde sie es aktivieren und könnte damit weiter nichts anfangen - es würde ihr nur einige Druckkosten bei der Bargeldschöpfung für ihre Kunden sparen. Die ZBanken haben die grenzübersreitenden Zahlungsaufträge ihrer Kunden innerhalb der Eurozone dankbar! zu bedienen. Und genau das haben sie getan.
Sie benötigt also im Ausgleich eine Forderung. Diese besteht in einer Forderung an die griechische Zentralbank.
Diese "Forderung" hat keinerlei Fälligkeitsfristen. Auf ein Clearing der Verrechnungssalden Target2 wird m.M.n. für die gesamte Fortdauer des EZB-Systems verzichtet werden. Das macht auch gar nichts. Der Informationswert darin ist durchaus von großem Belang, aber nicht aus finanzieller, sondern aus gesamt-volkswirtschaftlicher Sicht!
Damit das alles schön intransparent wird und die Beos das nicht sofort verstehen, werden alle diese bilateralen Forderungen an die EZB übertragen, so dass jedes Land in der Eurozone entweder Gläubiger oder Schuldner der EZB ist.
Und was weiter? Eine Filiale schuldet ihrer Zentrale Geld? Was ergibt sich daraus? Gar nichts. Das Clearing kann erfolgsneutral jederzeit erfolgen. Die Target2-Salden sind aber sehr informativ. Sie sind auch rein buchungstechnisch notwendig, weil der gesamte Zahlungsverkehr der BuBa und der anderen ZB sich ausschließlich auf der Passivseite der Bilanz abspielt und "ohne Bargeld hin und her zu karren" geraten die Bilanzsummen aus dem Gleichgewicht.
Nochmals: Target2-Salden sind keine Geldforderungen oder keine Schulden; sie weisen keinerlei Fälligkeitsfristen auf. Es sind reine ZAHLUNGssalden.
So so, die Target2-Salden sind also keine Geldforderungen. Wieso werden diese dann zum Hauptrefinanzierungssatz verzinst?
Das werde ich dir demnächst auch noch erklären - ich schreibe eine Anfrage an die BuBa.
Zum Schluss kommt nun die Denksportaufgabe, mit der Du überprüfen kannst, ob Du es wirklich verstanden hast.
Frauke Petry stürmt die Bundesbank und stoppt Target II.
Du, Frauke Petry und Prof. Unsinn verstehen das EZB-/Target2-System nicht. Sie wollen, das Bargeld zwischen den nationalen ZB hin und her gekarrt wird. So ein Unsinn!
Was muss Gaby tun, wenn sie paranoia 100 Euro auf sein Konto bei der Deutschen Bank Hannover überweisen will?
Gaby schreibt einen Überweisungauftrag an ihre Hausbank. Diese schreibt Überweisungsauftrag an die GR-ZB. Diese benachrichtigt darüber die BuBa und bucht vom ZB-Konto der Hausbank die Summe aus (ins Nirwana). Gleichzeitig erhöht sie ihr Target2-Saldo (.. ist ein Passivtausch, sofern es sich auf der Passivseite befindet. Wäre es auf der Aktivseite, so würde es gemindert = eine Bilanzverkürzung). Die BuBa schreibt deiner Hausbank 100€ gut auf deren ZB-Konto und gleichzeitig erhöht sie um die gleiche Summe ihr Target2-Saldo auf der Aktivseite - ergibt eine Bilanzverlängerung bei der BuBa. Deine Hausbank schreibt dir dann 100€ auf deinem Girokonto gut - ergibt eine Bilanzverlängerung bei deiner Hausbank.
Noch Fragen?
Was passiert wohl mit der Bundesbankbilanz, speziell mit den €584 Mrd. "sonstigen Forderungen"?
Gar nichts. Was sollte denn damit passieren? Bargeld drucken und hin und her karren? Wozu?
Mit Gruß, Beo2