Target2-Saldo = ein sog. bilanzieller Ausgleichsposten ..
Wer ist "man". Und was kann "er" denn bei der BuBa denn anschreiben???
Konkret sind es z.B. die Banken im GR-System, welches Ueberweisungen an Banken im D-System Dank Target-II weiterhin vornehmen koennen, obwohl das GR-System kein Kollateral mehr hat, um die Bilanz entsprechend auszugleichen. So akkumulieren sich die Salden, welche Risiken fuer die Buba darstellen.
Nein, es sind gar keine Risiken - es wurde gezahlt; Geld ist zwischen den nationalen Zentralbanken (ZB) bzw. zwischen ihren Kunden, den Geschäftsbanken, geflossen/überwiesen worden. Die GR-ZB hat alle Überweisungsaufträge ihrer inländischen Geschäftsbanken (GB) nach DE, d.h. an die BuBa bzw. die hiesigen GBanken erledigt. Die GR-GBanken haben ihrerseits alle Überweisungsaufträge ihrer Kunden an die GR-ZB weitergeleitet. Die BuBa hat das Geld den hiesigen GBanken auf ihren ZB-Konten gutgeschrieben. Diese haben es wiederum ihren Kunden auf deren Girokonten gutgeschrieben. Umgekehrt, bei Zahlungsausgängen in die Eurozone belastet die BuBa die ZB-Konten hiesiger GBanken. Daraus folgt:
Alle Zahlungseingänge und -ausgänge aus der / in die Eurozone spielen sich ausschließlich! auf der Passivseite der BuBa-Bilanz - denn nur dort befinden die ZB-Konten aller ihrer Kunden. Bei positivem oder negativem Saldo dieser Zahlungsvorgänge erhöht sich bzw. vermindert sich die Bilanzsumme auf der Passivseite der BuBa .. nur die Passivseite! Nun MUSS in der BuBa-Bilanz eine Art "Ausgleichsposten" in gleicher Höhe wie das Zahlungssaldo eingesetzt werden, um die Bilanz im Lot zu halten. Dieser Ausgleichsposten ist das Target2-Saldo. Es ist kummulativ, d.h. geht täglich rauf und runter. Nun kommt's:
Dieser Ausgleichsposten muss bei positivem Zahlungssaldo (Eingänge > Ausgänge) logischerweise auf der Aktivseite der BuBa-Bilanz eingesetzt werden, da die passive Bilanzsumme sich erhöht hatte, während die Aktivseite gar nicht betroffen war. Bei negativem Zahlungssaldo (Eingänge < Ausgänge) muss sich der Ausgleichsposten aber auf der Passivseite befinden, da die passive Bilanzsumme gemindert wurde, während die Aktivseite wieder unverändert blieb.
Der Ausgleichsposten Target2-Saldo ist kummulativ seit dem Bestehen der Eurozone bzw. des EZB-Systems. Bei positiver ZAHLUNGsbilanz muss er sich um des Bilanzsummen-Gleichgewichts willen auf der Aktivseite, bei negativer ZAHLUNGsbilanz auf der Passivseite befinden - im letzteren Fall also auf der Seite, die gemindert wurde. Geht eine negative Zahlungsbilanz kummulativ in eine positive über, so "springt" das Target2-Saldo von der Passivseite auf die Aktivseite rüber, da es einen negativen Wert nicht annehmen kann .. und umgekehrt.
Nochmals: ALLE Zahlungsvorgänge in die / aus der Eurozone spielen sich bei der BuBa auf der Passivseite ihrer Bilanz! Das macht einen buchungstechnischen Ausgleichsposten notwendig, der zugleich sehr informativ ist. Es handelt sich jedoch weder um ein "Geldkonto" der BuBa noch um Schulden/Forderungen gegenüber der Eurozone.
Gruß, Beo2