Nun ja, - so und so

helmut-1, Siebenbürgen, Donnerstag, 21.07.2016, 22:58 (vor 3505 Tagen) @ Olivia2694 Views

Hi,

ich kenne dumme Leute. Diese haben Prinzipien. Nie mehr arbeiten als

man

am Abend oder waehrend des Tages verbraucht. Den Lohn, den man sich am

Tag

verdient hat, immer abends auszahlen lassen. Das ist auch die

Lebensweise

der Zigeuner hier.
...................


Ich würde niemals solche Menschen als "dumm" bezeichnen. Sie haben eine
andere Lebensform und andere Lebensprinzipien. Intelligenz ist ja etwas
sehr Vielschichtiges und man kann nun wirklich nicht behaupten, dass die
derzeit von den Hochschulen "ausgespuckten" Menschen unbedingt besonders
"intelligent" seien. Sie "passen" in eine Industriegesellschaft, die ganz
spezielle Anforderungen an diejenigen stellt, die daran teilnehmen

wollen.

Das Problem ist weitaus vielschichtiger. Die Hochschulmenschen sind in Wirklichkeit sehr arm. Durch die Flut von Akademikern entwickelte sidh seit längerer Zeit ein sog. Akademikerproletariat. Verschiedene Berufszweige sind leider an staatliche Stellen gebunden, wie Sozialwissenschaften, Physiker, usw.

Noch ärger trifft es die Menschen, die in südeuropäischen oder südosteuropäischen Staaten studiert haben. Die durch die Finanzkrise nach 2008 ausgelösten Restriktionen, auch in jeder Staatswirtschaft, sind die Anstellungsmöglichkeiten zu einem halbwegs vernünftigen Einkommen sehr gering. Natürlich haben die auf die traditionelle Vorgabe der Eltern gehört, die ihnen eingetrichtert haben, dass nur das Studium im Leben ein vernünftiges Einkommen garantiert.

Kenne genügend Beispiele hier in Rumänien, wo z.B. ein Diplommathematiker mit einem blendenen Abschluss in Deutschland zum Bauern in Deutschland Gurken pflücken geht, - damit wenigstens etwas Geld hereinkommt.

Soll ich jetzt Mitleid mit denen haben, die meinen, dass ein handwerklicher Beruf was "Untergeordnetes" ist? So mancher Handwerker lacht den Akademiker nur noch aus. Der Fliesenleger, der keinen Arbeiter beschäftigt und von Kunde zu Kunde weitergereicht wird, wo er schwarz arbeitet, - der kommt doch spielend auf ein Einkommen, das monatlich über 5.000 € liegt.

Wie sagtest Du?
man kann nun wirklich nicht behaupten, dass die
derzeit von den Hochschulen "ausgespuckten" Menschen unbedingt besonders
"intelligent" seien.

Ob sie intelligent sind oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Aber die meisten haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Sie "passen" in eine Industriegesellschaft, die ganz
spezielle Anforderungen an diejenigen stellt, die daran teilnehmen
wollen.

Besser gesagt, die überhaupt daran teilnehmen können.


Die Frage, die in diesem Artikel eigentlich gestellt und umschrieben wurde
ist: Wie gehen wir mir Menschen um, die in der Industriegesellschaft nicht
(mehr) gebraucht werden. Die einen, weil sie nicht "ausbildbar" sind,

dafür gibt es viele Gründe, - natürlich auch das derzeitige Schulsystem.

die

anderen, weil ihre Berufe sich so stark verändern werden, dass ein großer
Teil der Leute "überflüssig" wird. Klar, wer braucht noch heute einen Schuster oder einen Senner.

Das betrifft selbstverständlich auch akademische Berufe.

Zweifelsohne, - aber hauptsächlich deshalb, weil dafür ein Budget vorhanden sein muss.


Was mir an dem Artikel den Atem verschlagen hat, waren die Formulierungen.
Die Fakten als solche sind bekannt. Wenn jemand nicht für den hiesigen
Arbeitsmarkt geeignet ist, dann muss er/sie nicht "dumm" sein. Er/sie ist
für die Anforderungen der hiesigen Industrie-Wissens-Gesellschaft nicht
geeignet.
Die Sache mit den Robotern stimmt natürlich auch.

Ich habe kürzlich mit meiner Tochter darüber gesprochen. Durch die
gesetzlichen "Verbesserungen" der letzten Regierungen, muss ich nun alle
meine Arbeit selber machen. Oft steht jemand an der Tür, der gerne meinen
Rasen mähen würde. Das wäre in einer halben Stunde getan. Er bekäme
etwas Geld auf die Hand und ich könnte anderes machen. Geht aber nicht!

Der/die muss "angemeldet" werden und dann müssen Beiträge an die
"Behörden" und dann hat der Steuerberater am Jahresende auch noch mit
diesen Dingen zu tun und kostet noch mehr. Ergo: ich mache es selber, weil
es am schnellsten geht und ich am wenigsten Ärger habe.

Die Frage stellt sich, von welcher Seite kommt der Ärger? Nicht nur von den Behörden, - das wäre das Wenigste. Vielmehr gibts Ärger von der Sorte Klientel, die einen schnellen Job dafür verwenden, um auszukundschaften, wo denn was zu holen sei. Man merkt es leider meistens zu spät, wenn der Einbruch schon stattfand.

Einige dieser Leute waren mir sympathisch. Ich hätte mir gerne von denen
helfen lassen. Aber......
so mache ich es dann halt selber und schaue, dass ich alles so weit wie
möglich automatisiere.


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