Wir werden uns mit beidem beschäftigen müssen. "Entweder/oder" reicht leider nicht.

Olivia, Sonntag, 03.07.2016, 07:32 (vor 3523 Tagen) @ nemo3253 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 03.07.2016, 07:45


In einer gesunden Gesellschaft mit einem funktionierenden Immunsystem,
hätten Psychopathen überhaupt keine Chance.

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Das hört sich zwar sehr gut an, wird so aber kaum funktionieren. Man muss damit leben, dass es Psychopathen gibt, völlig unabhängig vom gesellschaftlichen System.
Wenn Du Dich mit dem Thema etwas auseinandersetzt, dann wirst Du auch erkennen, warum sie so "erfolgreich" sind. Die "Erfolgreichen" können sich extrem gut allen möglichen Situationen anpassen und diese ihren Wünschen gemäß instrumentalisieren, die Anderen landen im "Knast" (ähnlich wie bei den Pädophilen - die "Erfolgreichen" haben ihre unsichtbaren Netzwerke, die simpel Gestrickten, landen im Knast).
Die unterschiedliche Psyche kann ein "Normalo" kaum nachvollziehen. Sie legen ohne Probleme Therapeuten "aufs Kreuz" (zumindest die Intelligenten). Über so etwas sprechen Therapeuten nicht gerne. Anwälte sprechen darüber. Sie werden von solchen Leuten ebenfalls oft monatelang "aufs Kreuz" gelegt, bevor sie begreifen, um was es sich handelt.
Eine Freundin von mir (Anwältin) formulierte das so: "Wir haben vor Gericht oft mit ihnen zu tun. Sie sind sehr überzeugend und zu Beginn finden sie Anwälte, die sie glühend verteidigen, weil sie der Meinung sind, dass man ihren Klienten fürchterlich Übles angetan habe. Erst im Verlauf von einigen Monaten begreifen sie, was da abläuft." Eine andere Bekannte von mir (Psychoanalytikerin) wurde über ein Jahr lang "bestens" aufs Kreuz gelegt, weil der Betreffende ihre "Stunden und Beurteilungen" benötigte. Nachdem er sie dann endlich hatte, "änderte" sich sein Verhalten. Er war ebenfalls sehr "überzeugend" und regte die "Hilfsbereitschaft" der Analytikerin entsprechend an.

Dass unser gesellschaftliches Belohnungssystem genau solchen Leuten die "Basis" gibt, sich selbst bestens zu "verwirklichen", das versteht sich von selbst.

"Man" arbeitet aber daran und schaut inzwischen auch "genauer" hin.

Ich denke, dass es gut ist, dass man die Begriffe der Psycho- und Soziopathie in die Alltagssprache bringt. Dies gibt "normal" veranlagten Menschen (die oft Opfer von gewissenlosen Betrügern werden) zumindest die Chance, "vorsichtiger" zu sein.

Wenn man sich aber mit der Thematik "Anderssein" und dieses "nicht begreifen können" näher auseinandersetzen möchte, dann sollte man sich mit dem Schriftgut und den Selbsthilfegruppen von Angehörigen von "Borderlinern" beschäftigen. Es ist oft unendliches Leid, das über die Familien solcher "anders" gelagerten Menschen hereinbricht, weil das, was abläuft, von ihnen nicht verstanden wird. Das Ganze ist hochkompliziert, ja, aber um eine Auseinandersetzung damit wird man nicht herum kommen. Und das Umgehen damit lernt man nur, wenn man sich damit beschäftigt.

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