So ist es, es sei denn man erlaubt endlich Stundenlöhne von 5 Euro und bezuschusst die Eingliederung über 1-2 Jahre
Hallo LLF,
dann könnte man z.B. die Logistikbranche in den Personalkosten entlasten oder noch mehr Handwerksbetriebe mit quer einsteigendem Personal vollstopfen, Personal, dass so akkurat arbeitet, dass die Forderungsabschreibungen auf die Schlußrechnungen bereits vorprogrammiert sind. Nicht weil die Menschen dumm sind, sondern weil es keine kommunikativen Schnittstellen zur Projektleitung und Geschäftsführung gibt.
Was ich aus ein paar größeren Handwerksbetrieben in den letzten Wochen mitbekomme zeigt, in welches Chaos wir nun steuern. Es fehlen ausgebildete "Deutsche" an allen Ecken und Kanten. Das Problem ist nämlich nicht die Muckipower der importierten Helfer, sondern die fehlende Kommunikation mit Bauleitern, Ingenieuren, Architekten und den zu beratenden Kunden. Technische und planerische Herausforderungen, die nach dem Abgang der bald in Ruhestand gehenden Generation nicht mehr gemeistert werden können. Das ist Tatsache.
Der z.B. größte Installationsbetrieb zu dem ich direkten Kontakt habe hat 350 Mitarbeiter und hat bis jetzt nur 8 Ausbildungsstellen mit Köpfen besetzt, die in vielleicht 6-7 Jahren als kommunikative Schnittstellen zwischen Geschäftsführung und Meistern aufwarten, die also nicht nur anpacken, sondern die Prozesse übergreifend mitdenken und die Gedanken gegenüber allen involvierten Seiten auch klar und verständlich äußern können.
Muskelkraft und billige Kräfte, die nur Bruchteile Deutsch können, die kann sich jeder aus dem Osten importieren. Doch das bringt uns nicht weiter. Das Handwerk rast in den nächsten Jahren vor die Wand, auch weil der Preisdruck noch weiter zunehmen wird und die Liquiditätssalden aufgrund der dann zu erwartenden Komplikationen (Nachlässe, Rechtsstreite) schrumpfen werden.
Eine Branche, die sich vor Nachfrage kaum retten kann fährt geradeaus vor die Wand. Und die EU setzt gerade neue Richtlinien durch, bei denen Kreditvergaben an mittelständige Unternehmen von einer solch langfristigen Kapitaldienstfähigkeit abhängig sind (bei älteren Antragstellern wird nun der Cash Flow über die gesamte Laufzeit des beantragten Kredits im Voraus zu prüfen sein), dass mir schlecht wird. Man stelle sich nur Betriebe vor, die noch keinen Nachfolger haben und altersbedingt (ein paar Jahre vor der bereits gegenüber den Banken geäußerten Verkaufsabsicht) keinen zusätzlichen Kredit mehr bekommen. Das sind nicht wenige Handwerksbetriebe in Deutschland.
Nachdenklich,
Ashitaka
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