Anmerkungen dazu von einem Fahrdienstleiter
Dass die Bahn versucht, hier was unter den Teppich zu kehren, war von Anfang an klar. Es würde mich wundern, wenn das Funkloch schon alles ist.
Das Funkloch war der letzte Sargnagel in einer Kette von unglaublichen Fehlern. Und ob überhaupt der "Notrufknopf" gedrückt wurde, ist der Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft hat zu wenig Fachwissen, und die Ermittlungen des Eisenbahn-Bundesamtes dauern noch eine Zeit lang. Bei einem solchem Unfall werden zunächst sämtliche Unterlagen auf dem Stellwerk sichergestellt, ebenso die "black boxen". Deren Auswertung ist schnell geschehen. Die Schwierigkeiten beginnen bei der zeitlichen Zuordnung. Hier muss sekundengenau zugeordnet werden. Alle Beteiligten werden sich zunächst in Schweigen hüllen. Das Thema ist unheimlich komplex. Es ist einfach noch zu früh, Vermutungen anzustellen.
Man muss das von Anfang bis zum Ende noch einmal durchspielen, wobei es nicht leicht sein wird, da ja einige Akteure tot sind.
Bei besagtem Notruf stellt sich die Frage, ob er den Notrufknopf gedrückt hat, oder eine einfache Verbindung aufbauen wollte............. Fragen über Fragen, die sich nicht ganz so schnell beantworten lassen.
MfG Rotti (Fahrdienstleiter)